1 2 3 4 ...11

TenneT spricht von Irrtum

Geschrieben am 10 Januar, 2012

eongdf001whv080112.jpg

Unter dem Vorwand, dass man unbedingt ein Umspannwerk bauen muss, um zusätzliche Netzkapazitäten bewältigen zu können, leistete sich der Netzbetreiber TenneT eine undurchsichtige Werbekampagne.

Über Monate standen die ‚Vertretung Wilhelmshaven’ des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. [LBU] und der Höchstspannungsnetzbetreiber ‚TenneT’ miteinander in Kontakt.
Es ging dabei um die zusätzliche Aufnahmefähigkeit der 220-kV-Stromleitung vom Umspannwerk [UW] Maade nach Conneforde nach Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks von GDF SUEZ. Daraus gezogene Schlüsse wurden am 19.09.11 im Internet unter
http://www.zeche-ruestersiel.de sowie http://www.buerger-whv.de veröffentlicht. Den Inhalt hielt ‚TenneT’ jedoch für korrekturbedürftig.

In einem Gespräch ‚unter vier Augen’ machte der TenneT-Vertreter deutlich, dass in besagter LBU-Veröffentlichung zwei Punkte nicht bedacht wurden:

1. Zunächst wurde übersehen, dass nicht Ein sondern zwei Transformatoren für TenneT am Umspannwerk [UW] Maade angeliefert wurden! Beide sind lt. Auskunft des TenneT-Vertreters baugleich. Sie können nach Inbetriebnahme die im GDF SUEZ-Kraftwerk produzierte 800 MW Leistungskapazität von 380-kV auf 220-kV umformen.

2. Zudem wurde nicht mitbedacht, dass ein Teil des im E.ON-Kraftwerk produzierten Stroms in das Niederspannungsnetz der Stadt Wilhelmshaven überführt wird und ein weiterer über eine separate 220-kV Höchstspannungsleitung zu den großindustriellen Anlagen an der Jade fließt. Allerdings konnte der TenneT-Vertreter nicht sagen, wie sich die vom UW Maade in die jeweiligen Leitungen eingespeisten Strommengen aufteilen.

Daraufhin reichte die LBU-Vertretung der TenneT einen Korrekturvorschlag ein, in dem von der Schlussfolgerung abgerückt wurde, dass die 220-kV-Höchstspannungsleitung zwischen den UWen Maade und Conneforde mit ihrer Transportkapazität von 800 MW nur die Hälfte der aus dem GDF SUEZ Kraftwerk lieferbaren Strommenge verkraften könne. Zur Berichtigung schlug die LBU-Vertretung vor, dass der Betrieb von GdF SUEZ nur in Teillast möglich sei sowie es TenneT ursprünglich selbst erklärt hatte. Doch auch damit war TenneT nicht mehr einverstanden und schrieb [Text]:

Sehr geehrter Herr Martin,
vielen Dank für das Gespräch vom 14. November 2011 und die Zusendung Ihrer Korrekturvorschläge zu Ihrer Veröffentlichung vom 19. September 2011.

Wie wir Ihnen schriftlich und im persönlichen Gespräch bereits erläuterten, kann das GDF SUEZ Kraftwerk mit Volllast in unser Höchstspannungsnetz einspeisen, weil die Umspannkapazitäten unseres Umspannwerks [UW] Maade im Zuge des erfolgten Ausbaus ausreichen. Wir berichtigen hiermit nochmals unsere irrtümliche Aussage, “dass ohne ein zusätzliches Umspannwerk auf Höchstspannungsebene mit 380-kV der Betrieb von GDF SUEZ nur in Teillast möglich sei”. Die vorgeschlagene Änderung Ihrer Artikelüberschrift ist deshalb erneut missverständlich, weshalb wir dieser nicht zustimmen können. Das GDF SUEZ Kraftwerk wird auch bei Volllastbetrieb in unser Netz einspeisen können.

Die Stromeinspeisung konventioneller Kraftwerke hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst verweisen wir erneut auf den gesetzlichen Rahmen, der durch § 8 des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes [EEG] gegeben ist. EEG-Strom muss vorrangig abgenommen werden. Die Einspeisemengen konventioneller Kraftwerke orientieren sich darüber hinaus auch am Stromverbrauch. So wird beispielsweise im Sommer weniger Strom verbraucht und dementsprechend weniger Strom produziert. Vor allem bei Starkwind, d.h. bei einem Stromüberangebot orientieren sich Kraftwerksbetreiber bei ihrer Stromproduktion an den Preisen, die ihnen auf dem Strommarkt gezahlt werden.

Im Raum Wilhelmshaven wird Strom aus regenerativen und konventionellen Energiequellen erzeugt. Endkunden sind Industriebetriebe, die zum Teil direkt an das Netz von TenneT angeschlossen sind. Weitere Industriebetriebe sowie Privatkunden werden über die unterlagerten Netze mit Strom versorgt, also nicht von TenneT direkt beliefert. Wie groß die Leistung einzelner Kunden dabei ist, kann TenneT aus vertraglichen Gründen nicht bekanntgeben. Ebenso wenig wie beispielsweise städtische Energieversorger den Verbrauch einzelner Haushalte an Dritte weitergeben oder veröffentlichen. Die restliche Energie, die nicht im Raum Wilhelmshaven verbraucht wird, transportiert unsere 220 Kilovolt [kV] Leitung über das UW Maade zum UW Conneforde und von dort in unser 380-kV Netz.

Die Übertragungskapazität der 220-kV Leitung haben wir Ihnen bereits mitgeteilt. Je nach Außentemperatur kann die Übertragungskapazität schwanken, wobei technischen Einrichtungen den Abtransport im Normalfall sicherstellen und die n-1-Sicherheit gewährleisten.

Letztendlich ist die erwartete Entwicklung der EEG-Einspeisung der Hauptgrund, weshalb TenneT einen Umspannwerksneubau bei Wilhelmshaven und den Leitungsneubau zum Umspannwerk Conneforde umsetzen muss. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen uns hierbei keinen Spielraum.

Zur besseren Übersicht über unser 380-kV-Netz [die 380-kV-Leitungen führen von Unterweser auch Richtung Holland und von Ostfriesland auch nach Nordrheinwestfalen] liegt eine Netzkarte bei. Ebenso liegt ein Ausdruck unserer Präsentation des Informationsabends vom 14. November 2011 in Wilhelmshaven bei.

Das obige TenneT-Schreiben wurde von der LBU-Vertretung per E-Mail wie folgt beantwortet [Auszug]:
Als anerkennenswert empfinde ich Ihre Aussage, “…dass ohne ein zusätzliches Umspannwerk auf Höchstspannungsebene mit 380-KV der Betrieb von GDF SUEZ nicht möglich sei” irrtümlich getroffen wurde. Einschränkend muss ich hierzu jedoch anmerken, dass ich in Ihrem Briefvorlauf keine Textstelle auffinden kann, aus der klar hervorgeht, dass es sich - wie von Ihnen hinzu gefügt - hierbei um eine bereits berichtigte irrtümliche Aussage handelt.

Abschließend komme ich zu dem Schluss, dass die Fortsetzung dieses Dialogs uns nicht voranbringt. Dies bestätigen Sie zum Einen indirekt selbst, in dem Sie in Ihrem Brief mehrfach darauf hinweisen, dass Sie mir Dies’ und Jenes schon zuvor erläutert hätten. Dies wär’ aus meiner Sicht auch nicht notwendig gewesen! Mein Hauptinteresse gilt nach wie vor konkreten Zahlenangaben! Ihrer Mitteilung entnehme ich jedoch, dass Sie aus vertraglichen Gründen nicht bekanntgeben dürfen, wie groß die [Einspeise- bzw. Abnahme-] Leistungen einzelner Kunden sind.

Kommentar
Eine Fortsetzung des Dialogs mit TenneT ist im vorliegenden Fall also nicht hilfreich.

Anderweitige Recherchen haben ergeben, dass

- E.ON weiterhin Betreiber eines zwischen Schleswig Holstein und Bayern gespannten 110-kV Hochspannungsnetzes ist, das auch Wilhelmshaven einbezieht. Ob dieses Netz die 220-KV Höchstspannungsleitung nach Conneforde entlasten kann, ist zwar nicht bekannt jedoch anzunehmen.

- EWE ein 20-kV Mittelspannungsnetz u.a. im nördlichen Niedersachsen betreibt. An dieses Netz sind auch die UWe ‚Maade`, ‚Voslapp’ und ‚Inhausen’ angeschlossen. Dort wird der Strom [bei guten Windverhältnissen] in die 110-kV Leitung von E.ON sowie die 220-kV Leitung von TenneT für den Weitertransport der Energie über größere Entfernungen oder zu großen Industrieanlagen eingespeist.
Über weitere fünf Umschaltwerke [Banter Weg, Ölhafen, Rüstersiel, Coldewey und JadeWeserPort] wird der EWE-Strom in das 0,4-kV Niederspannungsnetz der GEW eingeleitet.

Es gibt auf Wilhelmshavener Gebiet also [inkl. EWE] vier Netzbetreiber, die je nach Bedarf Strom von den Produzenten durch ihre Leitungen zu den Verbrauchern schicken. Die Produzenten sind die Kraftwerke von E.ON und zukünftig auch das von GDF SUEZ. Weitere Produzenten sind u.a. die Betreiber von Wind-, Biogas- und Fotovoltaikanlagen aus dem Küstenraum zwischen Ems und Elbe, die ihren Strom in das EWE-Netz einspeisen. Dieser ‚Ökostrom’ hat bei der Netzeinspeisung Vorrang vor dem Strom, der aus der Verbrennung fossiler Energien gewonnen wird. Bei Windstille oder schwachem Wind müssen jedoch noch weiterhin die Kohlekraftwerke ran. In Wilhelmshaven also das von E.ON und zukünftig auch das von GDF SUEZ.

Ein Teil des Stroms übernimmt die GEW für die Wilhelmshavener Gewerbetriebe und Haushalte. Das sind maximal rd. 75 MW im tiefsten Winter. Ein weiterer Teil dürfte in das 110-kV Netz von E.ON fließen. Und schließlich müssen die ‚großindustriellen Anlagen’ an der Jade über die separate 220-kV Leitung mit Strom versorgt werden.

Leider sind keine Angaben darüber verfügbar, welcher MW-Anteil für den Transport per 220-KV Leitung nach Conneforde noch ansteht, wenn beide Kraftwerke an der Jade mit 1.560-MW- Volllast laufen würden. Leider mutet TenneT der Öffentlichkeit zu, ihr ungesehen abzunehmen, dass die 800 MW Transportleistung der Leitung nach Conneforde dafür ausreicht. Ohne Verwirklichung der von TenneT propagierten Transparenz ist diese Behauptung jedoch nicht belastbar.

Jochen Martin

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Millionenprofite statt Klimaschutz: Industrie bunkert Klimazertifikate

Geschrieben am 9 November, 2011

eonkkwwhv210211.jpg

Im Winter kann man in Wilhelmshaven schon von weitem miterleben, wie das bestehende E.on-Kraftwerk zwischen 3,9 - 4,2 Milionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstößt.

Unternehmen vor allem der Stahl-, Zement- und Chemiebranche machen in Deutschland mit dem europäischen Emissionshandel ein Millionengeschäft. Das ergibt sich aus einer Studie der britischen Umweltorganisation “Sandbag Climate Campaign”, die sie gemeinsam mit dem BUND und Germanwatch in Berlin veröffentlichte. Anstatt ihre Emissionen des Klimagases CO2 zu reduzieren, missbrauchten Teile der Industrie den Emissionshandel als profitable Einnahmequelle, so der Vorwurf der Umweltorganisationen.

Der Grund dafür seien Millionen an kostenlosen und überschüssigen CO2-Zertifikaten, mit denen die Bundesregierung ab 2008 die Unternehmen in der zweiten Handelsperiode des Emissionshandels ausgestattet habe. Laut Studie “Der Klimagoldesel: wer sind die Gewinner des EU-Emissionshandels?” haben die zehn größten Profiteure des EU-Emissionshandels in Deutschland bisher insgesamt rund 60 Millionen überschüssige CO2-Zertifikate im Wert von geschätzten 800 Millionen Euro angehäuft. Zu den vom Emissionshandel profitierenden Firmen gehören die in der Stahlbranche tätigen Unternehmen ThyssenKrupp und Salzgitter-AG, der Zementhersteller Lhoist und der Chemiekonzern BASF.

Freifrau Worthington, Vorsitzende von “Sandbag”: “Deutschland ist der größte Akteur im europäischen Emissionshandel und hat damit eine Schlüsselrolle für das Funktionieren dieses wichtigen Klimaschutzinstrumentes. Unsere Studie zeigt jedoch, dass der derzeitige Emissionshandel den Klimaschutz in entscheidenden Branchen nicht voranbringt.” Die in der Studie analysierten Unternehmen hätten deutlich mehr Zertifikate erhalten, als sie Kohlendioxid emittierten. Durch diese Überausstattung mit Emissions-Zertifikaten fehle ihnen jeglicher Anreiz, CO2-Emissionen zu mindern.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Der Emissionshandel in seiner jetzigen Form ist eine Gelddruckmaschine für die energieintensive Industrie. Damit muss Schluss sein. Der Markt darf nicht weiter mit zu vielen CO2-Zertifikaten überschwemmt werden. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass künftig deutlich weniger Zertifikate verteilt werden. Gerade vor dem Weltklimagipfel in Durban wäre dies ein wichtiges Signal für die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Sachen Klimaschutz.”

Hauptprofiteur des Emissionshandels in Deutschland ist laut Studie die Firma ThyssenKrupp. Sie besitzt überschüssige CO2-Zertifikate im Wert von ca. 250 Millionen Euro. Die Firma habe von Beginn des Emissionshandels im Jahr 2005 bis heute immer mehr Zertifikate besessen als sie CO2 emittiert habe. Bislang habe der Emissionshandel dem Unternehmen somit keinen einzigen Cent gekostet, sondern ihm im Gegenteil Gewinne beschert.

Jan Burck von Germanwatch: “Die Ergebnisse der Sandbag-Studie zeigen, dass Behauptungen aus der Stahlindustrie, der Emissionshandel gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland, weit überzogen sind. Die Politik darf den Drohgebärden der Industrie keinen Glauben mehr schenken. Es ist an der Zeit, den Emissionshandel effizienter zu machen und Unternehmen deutlich mehr Anreize zu geben, ihren eigenen Energieverbrauch zu reduzieren. Dafür muss dringend das CO2-Minderungsziel der EU von 20 auf mindestens 30 Prozent bis 2020 angehoben werden.”

Quelle: BUND

Links:
Die Sandbag Studie zum Emissionshandel: “Der Klimagoldesel
Video: Frontal 21 - 08|11|2011: CO2-Geschenke an die Industrie
Sandbag Climate Campaign

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

GdF Suez: Mit halber Kraft ins Netz!

Geschrieben am 19 September, 2011

gdf03suez130911.jpg
Großindustrieprojekte mit ungewisse Zukunft scheint Wilhelmshaven geradezu zu sammeln.

Das Kohlekraftwerk von ‚GdF Suez’ muss noch auf Jahre hinaus auf vollen Stromanschluss an das 380-kV-Höchstspannungsnetz des Netzbetreibers ‚TenneT’ warten.

Man will das Kraftwerk nicht im Umspannwerk [UW] Maade an die im Planfeststellungsverfahren beantragte 380-kV-Leitung nach Conneforde anschließen sondern erst in einem neuen UW bei Antonslust. Und das kann noch bis 2019 dauern wie der Netzbetreiber ‚TenneT’ dem Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen [LBU] auf Anfrage mitgeteilt hat.

Als Grund führt der Stadtbaurat Hans-Dieter Kottek an, dass im UW Maade ein Anschluss nicht möglich gewesen sei, weil nicht der benötigte 15 Meter breite Streifen für die Erdkabel zur Verfügung gestanden habe [WZ, 18.08.11]. Aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle wurde hierzu darauf verwiesen, dass es in der Kabeltrasse - dort wo das Grundstück mit der Chlor-/Natronlaugeanlage der Firma ‚INEOS` bis dicht an den Friesendamm heranreicht - einen Engpass gibt. Vermutet wird, dass INEOS zuviel Geld für die Unterwegung ihres Grundstücks verlangen würde.

Damit das ‚GdF Suez’-Kraftwerk überhaupt den Betrieb aufnehmen kann, hat ‚TenneT’ den Einbau eines weiteren Transformators in das UW Maade eingegliedert. Dieser soll den Anschluss an die bestehende 220-kV-Freileitung nach Conneforde ermöglichen. Diese Leitung hat jedoch nur eine maximale Übertragungskapazität von 800 MW und die sind allein schon durch das Kohlekraftwerk von E.ON mit einer Nennleistung von 740 MW belegt. Hinzu kommt noch der Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen. Danach zu urteilen könnte ‚GdF Suez’ nur wenige Dutzend MW in die 220-kV-Leitung einspeisen.

‚TenneT’ erklärt dem LBU jedoch in einem weiteren Brief, dass der neue Transformator 400-420 MW transformieren könne. Eine mdl. Anfrage bei der Deutschen Umwelthilfe [DUH] bietet eine möglich Erklärung für die augenscheinliche Diskrepanz zwischen der nahezu ausgereizten maximalen Übertragungskapazität von 800 MW und der vorgesehenen Einspeisung der zusätzlichen 400 MW aus dem ‚GdF Suez’-Kraftwerk:
In der Regel liege die maximale Übertragungskapazität nur bei ca. 60% der noch vertretbaren Belastungskapazität. Eine Durchleitung von insgesamt rund 1.200 MW ist also durchaus möglich. Doch der Spielraum bis zum ‚Break Point’ an dem die Drähte anfangen zu glühen, schrumpft bei dieser Belastung auf 10%! Demnach sieht es nicht so gut aus für die Anschlüsse von weiteren dezentralen Energieerzeugungsanlagen, wie z.B. aus weiteren Bürgerwindparks und Solarfarmen in der Jade Region. Von dem Netzanschluss des Nordseewindparks ‚Nordergründe’ [nördlich Wangerooge], dessen genehmigtes Unterseekabel im Stadtnorden bei INEOS festen Grund erreicht, ganz zu schweigen.

Und GdF Suez? Deren Bauprojektleiter Frank Albers tut noch immer so, als ob sein Kraftwerk im nächsten Jahr mit der vollen Leistung von 800 MW und einem Wirkungsgrad von 46% den Regelbetrieb aufnehmen könnte. Abgesehen davon, dass er schon lange wissen muss, dass sein Kraftwerksprojekt auf unabsehbare Zeit nur bis zu 420 MW ins Netz einspeisen können wird, gibt es zudem noch die ungelösten Temperatur- und Druckprobleme beim Heizkessel:
„Es ist ein kleines Detail, aber die Auswirkungen auf die Energiewende in Deutschland sind enorm: der Stahl T24.”Wir beabsichtigen, einen Teil des Kessels auszutauschen”, erklärt Alexandra Boy, Sprecherin des Evonik-Konzerns gegenüber klimaretter.info.
Es geht um das Kohlekraftwerk in Duisburg-Walsum. Ursprünglich sollte Block 10 mit einer Leistung von 750 Megawatt in diesem Jahr ans Netz geschaltet werden. Und es schien, als sei der Zeitplan einhaltbar. Nun aber sind nach zweimonatigem  Probebetrieb viele hundert Leckagen im Dampfkessel festgestellt worden, wie der Spiegel berichtet. Schuld daran: der besonders teure Hightech-Stahl T24, der im oberen Bereich des Kessels verbaut wurde. Dies werde “zu erheblichen Zeitverzögerungen führen”, bestätigt die Evonik-Sprecherin, ohne allerdings konkreter zu werden. Der Spiegel spricht von zwei Jahren.

Der vermeintliche Superstahl findet sich in den Kesseln von acht Kraftwerken, die in Deutschland derzeit gebaut werden, darunter im sächsischen Boxberg [Vattenfall], in Krefeld [EnBW], das Kohlekraftwerk Neurath [RWE], Hamburg-Moorburg [Vattenfall], Hamm [RWE] und Wilhelmshaven [GdF Suez]. Auch dort sind die Verzögerungen beträchtlich.“ [Klimaretter.info, 29.08.11]

Nun denn:
Da das ‚GdF Suez’-Kraftwerk sowieso nur mit halber Leistung ans Netz gehen kann, muss man sich notgedrungen auch mit Kessel verträgliche Temperaturen und Drücken bescheiden. So erreicht man natürlich bei Weitem nicht den bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgelobten Wirkungsgrad von 46%.

Der ist übrigens sowieso nicht das Gelbe vom Ei:
„E.ON hat bayerischen Irsching ein neues Gas- und Dampfkraftwerk mit einer installierten Leistung von 561 Megawatt eingeweiht. Das Kraftwerk setzt mit einem zuvor in Anlagen dieser Art nicht erreichten Wirkungsgrad von über 60 Prozent neue Maßstäbe.“ [Quelle E.ON, s.a. Bürgerportal Wilhelmshaven vom 16.09.11]

Wohlgemerkt: Das o.a. GuD-Werk erreicht diesen Wirkungsgrad ausschließlich durch Stromerzeugung. Bei zusätzlicher Ausnutzung der Wärme [Kraft-/Wärmekopplung] erreichen solche Kraftwerkstypen einen Wirkungsgrad von bis zu 90%.

Jochen Martin

Links:
09|09|2011 Kraftwerk ohne Anschluss

Quelle:
Bürgerportal Wilhelmshaven

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Wirtschaftspolitik Wilhelmshaven: Bravo - Applaus - 6 setzen!

Geschrieben am 12 April, 2011

 electrabelgdfsuez200311.jpg

Der Kohlekraftwerksneubau an der Jade von der Wasserseite aus gesehen am 20. März 2011.

Mit den drohenden Problemen im Kohlekraftwerksneubau des Energikonzerns GDF-Suez steuert Wilhelmshaven auf eine neue hausgemachte wirtschaftliche Katastrophe zu.

“Noch ´ne Panne und endlich können Wilhelmshavens VorzeigepolitikerInnen nix dafür” ist aber auch alles, was die kommunalen kohlekraftwerksbejaenden VolksvertreterInnen an der Jade noch behaupten können, denn während in anderen Städten und auch ganz in der Nähe das Zeitalter der Regenerativen Energien angebrochen ist, feiert man trotz drohender Vorzeichen in Wilhelmshaven die Einführung von Steinzeittechnologien.

Die Nachricht, dass es Probleme mit den gelieferten Materialien von Hitachi geben könnte ist nicht neu. Schon 2010 schrieb “Der Westen”:
Zitat:Walsum: 1500 Schweißnähte im Kraftwerk Walsum undicht
Duisburg-Walsum. Im neuen Walsumer Kraftswerksblock 10 müssen satte 1500 defekte Schweißnähnte repariert werden. Betreiber evonik hat mit den Arbeiten begonnen. Folge: Die Anlage geht frühestens Anfang 2011 ans Netz. … “
[Quelle: www.derwesten.de | 30-06-2010]

Die Schäden traten erst nach der sogenannten Beizung der Anlage auf, d. h. nachdem die Flüssigkeit durch die Rohre geflossen war. Das muss auch in Wilhelmshaven gemacht werden.

Im sächsichen Braunkohlekraftwerk Boxberg R des Energieriesen Vattenfall hat man gänzlich auf den Beizvorgang verzichtet und dort baut Hitachi “von sich aus” die gleichen Edelstähle im Kessel [wie in Walsum] zurück und andere ein.

Es droht aber noch ein weiteres Probelm, und das betrifft den sogenannten Nettowirkungsgrad des von den Betreibern als hochmodern eingestuften Kohlekraftwerks:
Zitat: ” … Fest steht, dass ein Grund mehr in Sachsen dazu geführt hat, dass die Werkstoffe ausgetauscht werden. Der Block dort konnte laut einer belegbaren Recherche der Grünen Liga nicht mit dem entsprechenden Kesseldruck und der Kesseltemperatur gefahren werden. Das wiederum wirkte sich auf den Nettowirkungsgrad aus, der um einige Prozentpunkte nach unten ging. … “
[Quelle: www.lokalkompass.de | 20-01-2011]

Sollten die Gesetzgeber ernst machen und einen Mindestwirkungsgrad einführen, dürfte es auch für den Wilhelmshavener Kohlekraftwerksnaubau eng werden. In Dänemark darf z. B. kein Kohlekraftwerk ohne Kraft-Wärmekopplung gebaut werden, was dazu führte, dass sich der Energiekonzern “Dong Energie” auch nach Deutschland [z. B. Lubmin und Emden] orientierte und dort fulminant mit seinem Anliegen scheiterte und auf den Bau verzichtete oder keine Baugenehmigung erhielt.

Das Kohlekraftwerk in Walsum ist laut Wikipedia seit dem 6. April 2011 im Probebetrieb, etwa ein Jahr später als geplant. Bevor es den endgültigen Betrieb aufnehmen kann, muss es durch einen 600 Stunden Test. Besteht es den nicht, muss es abgeschaltet und die Kessel erneuert werden, wodurch es jahrelang ausfallen würde.

Der Spiegel berichtete:
Zitat: ” … Ein Anlagenprüfer fürchtet jedoch, der Kessel könne “keine 600 Stunden” standhalten. Auch Fachleute bei den Betreibern glauben, dass das Problem tiefer geht. Im schlimmsten Fall müssten die 100 Meter hohen Kessel ausgetauscht werden, womit sie für die Stromproduktion jahrelang ausfielen. … “
[Quelle: www.spiegel.de | 10-04-2011]

Recherchen des Bürgerportals Wilhelmshaven haben ergeben, das der Kohlekraftwerkszertifizierer aus Wilhelmshaven vor nicht allzu langer Zeit kündigte. Wie uns berichtet wurde hatte er nach dem Vorfall in Walsum genau das jetzt aufgetretene Problem auch auf das GDF-Suez-Kraftwerk in Wilhelmshaven zukommen sehen.

Für den Betreiber ist die Lage in Wilhelmshaven weniger dramatisch:
Zitat: … In Wilhelmshaven stellt sich die Situation nicht so dramatisch dar. “Wir sind im Bau noch nicht so weit fortgeschritten wie die anderen Kohlekraftwerke in Deutschland”, sagte Frank Albers vom Betreiber GDF Suez. Das Wilhelmshavener Steinkohlekraftwerk, das derzeit auf dem Rüstersieler Groden in Wilhelmshaven gebaut wird, ist erst zur Hälfte fertig. Der Betreiber beobachte allerdings die Situation bei den anderen Kraftwerken sehr genau berichtet NDR 1 Niedersachsen. Er wolle die angekündigten Test-Reihen an den Druck-Kesseln abwarten. … “
[Quelle: www.ndr.de | 11-04-2011]

Klingt unserer Ansicht nach wenig überzeugend.
Und so dümpelt erneut ein Wilhelmshavener “Mördermilliardenprojekt” vor sich hin und fällt als Wahlziel für die Parteien, die es unbedingt haben wollten, aus.

Wilhelmshavens ganz spezieller Beitrag zum Klimawandel könnte auch vor dem “Aus” stehen, wenn das Kohlekraftwerk sich wirtschaftlich nicht rechnet.

Die Alternative zum Wilhelmshavener Kohlekraftwerksneubau wäre ein Gaskraftwerk mit wesentlich weniger Emissionen und einem wesentlich höheren Wirkungsgrad gewesen, das man aber wegen zu hoher Betriebskosten ausschloss, denn Gas ist teurer als Kohle. Das aber könnte sich in naher Zukunft ebenfalls ändern und somit hat Wilhelmshaven in mehrfacher Hinsicht ´mal wieder so richtig “ins Klo gegriffen”.

Wilhelmshavens Vorzeigepolitprominenz steht nun unter erheblichem Druck und dürfte sich, was die Kommunalwahl am 11. September angeht, wesentlich wärmer anziehen, als geplant.

Quelle: Bürgerportal Wilhelmshaven

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

EU-Klimaziel: Weniger CO2-Emissionen könnten mehr Wirtschaftswachstum auslösen

Geschrieben am 22 Februar, 2011

eonkkwwhv210211.jpg

Während in anderen Städten schon “der Wind der Innovation” weht kann man in Wilhelmshaven veraltete Weltbilder erleben und studieren! [Foto: Eon Kraftwerk Wilhelmshaven 21|02|2011]

Wenn die EU ihr Klimaziel statt auf 20 Prozent weniger Ausstoß von Treibhausgasen dieses auf 30 Prozent weniger setzt, könnte dies mehr Wirtschaftswachstum auslösen. Ein solch ehrgeiziges Ziel für das Jahr 2020 könnte die europäischen Investitionen von 18 auf bis zu 22 Prozent des Bruttosozialprodukts ansteigen lassen – Folge wären bis zu sechs Millionen neuer Jobs und bis zu 620 Milliarden Euro mehr Bruttoinlandsprodukt in den Mitgliedsstaaten bis zum Ende dieses Jahrzehnts.

Das sind Ergebnisse eines internationalen Expertenkonsortiums unter Führung von Carlo Jaeger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung [PIK], die ihre Studie “A New Growth Path for Europe” heute in Brüssel präsentieren. Auftraggeber ist das deutsche Bundesumweltministerium

„In traditionellen ökonomischen Modellen führt eine Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen kurzfristig zu Extra-Kosten, die gerechtfertigt werden durch die Vermeidung langfristiger Schäden“, erklärt der Leitautor Jaeger. „Wir aber zeigen, dass ein glaubwürdiges Engagement für den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaftsweise, mit einem ehrgeizigen Ziel und entsprechenden politischen Maßnahmen, Europa in eine Win-Win-Situation bringen kann.“ Beides sei möglich: Wirtschaftswachstum und zugleich eine Verringerung der Treibhausgase.

Die Weltfinanzkrise hat die Grenzen der bislang dominierenden ökonomischen Modelle aufgezeigt. Sie hat deutlich gemacht, so die neue Studie, dass unterschiedliche Erwartungen zu unterschiedlichem Investitionsverhalten führen können, welches diese Erwartungen in sich selbst erfüllende Prophezeiungen verwandeln. Zum ersten Mal sei dies nun in einem klimaökonomischen Modell angewandt worden. Dieses zeigt in Simulationen, wie wichtig der Einfluss der Politik auf die Erwartungen von Investoren ist – und wie Investitionen Lernprozesse in Wirtschaft und Technologie auslösen. Am Ende senke dies die Kosten des Klimaschutzes.

Profitieren würden der Studie zufolge alle großen Wirtschaftssektoren, insbesondere aber das Baugewerbe. Eine effizientere Nutzung der Energie hänge wesentlich von der Energiebilanz der Gebäude ab.

Auch der Klimapionier Deutschland könnte der Studie zufolge sich weiter verbessern.

Der Anteil von Investitionen am Bruttosozialprodukt könnte bis 2020 von knapp 14,9 auf bis zu 18,6 Prozent steigen, die gesamte Wirtschaftsleistung im Jahresdurchschnitt statt um 1,8 Prozent um bis zu 2,4 Prozent wachsen, die Arbeitslosenrate von 8,5 auf bis zu 5,6 Prozent sinken, so das Ergebnis der Berechnungen.
Das Autorenteam setzt sich zusammen aus Experten des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Oxford University, der Universität Paris Panthéon-Sorbonne, der National Technical University of Athens, und des European Climate Forum.

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung [PIK]

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

DUH und BUND klagen gegen Bebauungsplan für Europas größtes Steinkohlekraftwerk in Brunsbüttel

Geschrieben am 3 Februar, 2011

kkwwhv2009-420.jpg

In Wilhelmshaven ist man geradezu stolz auf den ganz eigenen Beitrag zum Klimaschutz und baut neben das vorhandene Eon Kohlekraftwerk gleich noch ein grösseres.

Deutsche Umwelthilfe, BUND Schleswig-Holstein und Anwohner reichen Klageantrag gegen Bebauungsplan für Steinkohle-Doppelblock an der Elbe ein – Plan verstößt gegen europäische und nationale Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben – Realisierung des Kohlekraftwerks energie- und klimapolitisch unverantwortlich und baurechtlich höchst zweifelhaft – Nach Niederlage vor Gericht drohen Schadensersatzansprüche der Kraftwerksbauer gegen Stadt Brunsbüttel und schleswig-holsteinische Genehmigungsbehörden

Die Deutsche Umwelthilfe e.V [DUH] und der Landesverband Schleswig-Holstein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND] sowie ein Anwohner aus Brunsbüttel haben am 2. Februar 2010 beim Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein den Antrag auf Normenkontrolle gegen den Bebauungsplan Nr. 56 „Kohlekraftwerk an der Holstengrenze, zwischen SAVA und Kernkraftwerk“ der Stadt Brunsbüttel eingereicht.

Der Bebauungsplan soll die Grundlage für die Ansiedlung des geplanten Steinkohle-Doppelblockkraftwerks von SüdWestStrom auf dem Gelände nördlich des Elbehafens sein. Mit dem von dem Berliner Rechtsanwalt Peter Kremer formulierten Normenkontrollantrag wird die planungsrechtliche Grundlage für das 1.820 MW-Kraftwerk angegriffen. Kremer vertritt die Umweltverbände schon in dem seit Mai 2010 laufenden Normenkontrollverfahren gegen das benachbarte Kraftwerksprojekt von GDF SUEZ.

Der aktuelle Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan für das von einer Tochter der kommunalen Beteiligungsgesellschaft SüdWestStrom [SWS] geplante Kraftwerk stützt sich auf ein ganzes Bündel von Fehlern und Mängeln in dem von der Stadt Brunsbüttel kurz vor Weihnachten beschlossenen Bebauungsplan.

„Die Stadt Brunsbüttel und die Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein laufen sehenden Auges in ein Datteln II“, sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V. [DUH], Rainer Baake, unter Hinweis auf das 2009 gerichtlich gestoppte Kohlegroßkraftwerk in Nordrhein-Westfalen. „Wer heute noch Kohlegroßkraftwerke plant, die Atmosphäre und Umwelt nach ihrer Inbetriebnahme über ein halbes Jahrhundert mit Millionen Tonnen Kohlendioxid und anderen Schadstoffen belasten, muss wissen, dass er überall auf erbitterten Widerstand von Anwohnern und Klimaschützern stoßen wird“.

Der Landesgeschäftsführer des BUND Schleswig-Holstein, Hans-Jörg Lüth, erinnerte daran, dass sich der französische Energiekonzern GDF SUEZ kurz vor Weihnachten 2010 von eigenen Plänen für ein Kohlekraftwerk neben dem SWS-Standort wegen exakt der gleichen rechtlichen Unsicherheiten zurückgezogen habe, die nun auch das SWS-Kraftwerk bedrohten. Bisher wolle die SWS-Betreibergesellschaft – je zur Hälfte eine Tochter des Schweizer Energieversorgers Repower AG und deutscher Stadtwerke – ein deutlich höheres Risiko eingehen.

Insgesamt sei das Kraftwerksprojekt aus Naturschutzgründen, aber auch energie- und klimapolitisch unverantwortlich, erklärte Lüth: „Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht ungenutzt in die Elbe und belastet dort das Ökosystem. Stattdessen könnten zehntausende Haushalte in der Region mit der anfallenden Wärme versorgt werden“. Wer heute noch Kohlekraftwerke baue, behindere und verzögere über Jahrzehnte die letztlich unausweichliche Energiewende hin zu einer 100%igen Versorgung mit Erneuerbaren Energien.
Die Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe/Brunsbüttel, die sich seit Jahren vor Ort gegen die Kraftwerksplanung engagiert, begrüßte den Klageantrag ausdrücklich. „Der von der SWS zur Schau gestellte Optimismus ist für die Bürgerinitiative nicht nachvollziehbar. Schon vor der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke gab es massive Zweifel an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Monsterkraftwerks. Inzwischen laufen dem Stadtwerkekonsortium reihenweise die Gesellschafter davon. Die verbliebenen Stadtwerke sollten froh sein, wenn die Kraftwerksgegner sie vor einem finanziellen Desaster bewahren.“ erklärte BI-Sprecher Stephan Klose.

Im Einzelnen stützt sich der am Mittwoch eingereichte Normenkontrollantrag auf folgende Sachverhalte:

Nach Überzeugung der Kläger würden mit der Inbetriebnahme des Großkraftwerks die zulässigen Feinstaub-Grenzwerte überschritten. Bei Feinstaub handelt es sich nach Auffassung von Gesundheitsforschern um das derzeit schwerwiegendste Luftreinhalteproblem in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass hierzulande insgesamt jährlich 75.000 Menschen vorzeitig an der Feinstaubbelastung sterben. Betroffen sind insbesondere Kinder und ältere Menschen.

Die Stadt Brunsbüttel hat es versäumt, Konsequenzen aus dem „Datteln-Urteil“ zu ziehen. In der Entscheidung des OVG Münster vom September 2009 zu dem E.ON-Kraftwerk, mit dem der entsprechende Bebauungsplan in Nordrhein-Westfalen aufgehoben wurde, wird unter anderem auf das unzulässige Nebeneinander des Kraftwerksneubaus und naher Wohnbebauung abgestellt. Nach Ansicht der Kläger wird auch in Brunsbüttel der Mindestabstand von 1.500 Metern nicht eingehalten.

Vor allem aber werden bei dem SWS-Kraftwerksprojekt in Brunsbüttel europarechtlich geschützte Tier- und Pflanzenarten in Schutzgebieten unzulässig beeinträchtigt. Der Betrieb des Kraftwerks bedrohe seltene und vom Aussterben bedrohte Fischarten, aber auch Speisefische wie Aal und Stint, die die Existenz der verbliebenen Elbfischer sichern.

Naturschutzrechtlich besonders relevant sind nach Überzeugung der Kläger die Auswirkungen auf eine seltene Fischart, den Schnäpel [Coregonus oxyrhynchus]. DUH und BUND haben gemeinsam mit den Elbfischern nachgewiesen, dass sich dieser Fisch in der Elbe wieder angesiedelt hat, nachdem er lange Zeit in Deutschland als ausgestorben galt. Die Landesbehörden haben mittlerweile eingestanden, dass sie das Gegenteil nicht beweisen können. Der Schnäpel ist in die höchste europarechtliche Schutzkategorie [prioritäre Art nach der FFH-Richtlinie] eingestuft. Schon eine mögliche Beeinträchtigung des Schnäpels steht demnach der Genehmigungsfähigkeit des Kraftwerks und damit auch des Bebauungsplans entgegen. Darüber hinaus habe die Stadt Brunsbüttel versäumt, die EU-Kommission vorab zu beteiligen. Dies wäre schon wegen der gefährdeten Fischart rechtlich zwingend gewesen.

Zudem gibt eine aktuelle EU-Richtlinie für Fische, Muscheln und andere Tiere Quecksilber-Grenzwerte vor, die in der Elbe schon heute um ein Vielfaches überschritten werden. Die Verbände haben mit einem ausführlichen Rechtsgutachten nachgewiesen, dass diese Grenzwerte einzuhalten sind und jedenfalls kein zusätzliches Quecksilber in die Elbe eingetragen werden darf. Jeglicher zusätzliche Schwermetalleintrag in die Elbe verstoße deshalb gegen europäisches Recht.

Außerdem gehen die Kläger davon aus, dass die mit dem Kraftwerksbetrieb unvermeidlichen erhöhten Stickstoffbelastungen in benachbarten FFH-Gebieten empfindliche Pflanzen zerstören würden. Auch diese Pflanzengesellschaften stehen unter dem Schutz des EU-Naturschutzrechts, ebenso wie seltene Zugvögel und Fledermäuse, die mit dem Bau des Kraftwerks massiv beeinträchtigt würden. Die zahlreichen in dem Normenkontrollantrag formulierten Beeinträchtigungen von Flora und Fauna machten den Kraftwerksbau von vornherein rechtlich unzulässig.

DUH und BUND rechnen mit einer Verfahrensdauer von etwa einem Jahr. Sollte das Oberverwaltungsgericht in Schleswig der Argumentation der Kläger folgen, würde die planungsrechtliche Grundlage für das beantragte Kohlekraftwerk entfallen.

Falls für das Kohlekraftwerk dennoch vor der Entscheidung über den Normenkontrollantrag erste Genehmigungen erteilt würden, müssten diese nachträglich aufgehoben werden.

Deshalb gingen die Stadt Brunsbüttel und die zuständigen Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein ein erhebliches Haftungsrisiko ein, wenn auf der Grundlage letztlich rechtswidriger Beschlüsse und Genehmigungen mit dem Kraftwerksbau begonnen werde.

Bereits im Vorfeld des Beschlusses über den Bebauungsplan hatten die Kraftwerksgegner die Stadt in einem Rechtsgutachten auf dieses Risiko hingewiesen. Sie hielt bisher trotzdem an der Planung fest.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Noch’n Standortvorteil

Geschrieben am 15 Dezember, 2010

05eonkkwwhv131209-420.jpg

Das Eon Kraftwerk in Wilhelmshaven produziert 3,9 - 4,2 Millionen Tonnen CO2 und schreddert ca 420 Tonnen Fisch pro Jahr und gilt als eine der dreckigsten Kohlekraftwerke Deutschlands! Eon würde bei dem Anblick [Bild] sagen: “Ist doch nur Wasserdampf!”!

Das Aufpumpen des Bodens auf dem wir leben, soll der eiernden Energiedrehscheibe noch mehr Schwung verleihen.

Unter den illustren Gästen des ‚Club zu Wilhelmshaven’ [CzW] kam beim jüngsten ‚Opulenten Frühstück’ in einer der Genießer so richtig ins Schwelgen: Es war Frank Albers, Leiter des Kraftwerkprojekts von GDF SUEZ, der sich nicht enthalten konnte [quasi als Nachschlag zu seinem aufgetischten Kraftwerksklotz] die Vorteile Wilhelmshavens „…mit Blick auf eine mögliche CO-Speicherung…“ anzupreisen. [WZ, 25.11.10].

Doch solcher Art Vorschusslorbeeren wollte man uns schon des öfteren unterjubeln: Im Jahre 1987 z.B. ging die damalige Landesregierung mit dem Gedanken schwanger, ein Plumpsklo für Giftmüll aus ganz Europa auf dem Etzeler Kavernenfeld einzurichten. Damals rief unser OB Eberhard Menzel den 4.000 Demonstranten aus Friesland und Wilhelmshaven zum Abschluss seiner Kampfrede zu: „Lassen Sie uns alle in unserer Region zusammenstehen: Nein zur Giftmülldeponie in Etzel! Nein zur Giftmüllverbrennung in Wilhelmshaven!“ [Gegenwind Nr. 73; Juni/Juli 1987]

Auch was Herr Albers jüngst angerichtet hat, wurde der Wilhelmshavener Haute Volée vor 22 Jahren schon mal von dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden von ICI-Deutschland Walther Leisler Kiep im Hotel Columbus serviert: „Hoffnungsträger im Jaderaum seien auch derzeit unpopuläre Industrien, vor allem in Bezug auf die Abfallbeseitigung. Industrieansiedlungen seien nur dort möglich, wo auch für Industrieentsorgung Möglichkeiten bestünden.“ [WZ, 01.08.1988]

Diese Denke von damals hat sich also in der oberen Etage unserer transatlantischen Gesellschaften bis heute um kein Jota geändert.

Im vergangenen Oktober war Leisler Kiep mal wieder da – mit dem amerikanischen Botschafter im Schlepptau. ‚Stadt mit strahlender Zukunft’ rezitierte die WZ den Ami in ihrem Aufmacher vom 23.10.! Dies kann schneller als gedacht Wirklichkeit werden, wenn Wilhelmshaven der Umschlag von Atomtransporten aufgebrummt wird und sich nicht dagegen wehrt…

Und der Appetit auf immer neue Hoffnungsträger scheint unersättlich zu sein: Von einem Aufbegehren gegen die Werbung des Herrn Albers für das Aufpumpen des Bodens mit Kohlendioxid [CO2] aus den Kohlekraftwerken wurde jedenfalls nichts vernommen.

In Frage kommen dafür über die gesamte Norddeutsche Tiefebene - also auch über Wilhelmshaven und Friesland – bis tief in die Deutsche Bucht hinein verstreuten salinen Salzkissen unter unseren Füßen.

Die Vorbereitungen für die dazu erforderlichen Rechtsetzungen sind bereits auf allen Ebenen angelaufen [s. Gegenwind Nr. 254]. So ging z.B. am 30. Nov. in Niedersachsen das öffentliche Beteiligungsverfahren zur Aktualisierung des Landesraumordnungsprogramms [LROP] zu Ende. Gemäß diesem Entwurf der Nds. Landesregierung sollen u.a. – die Möglichkeiten zur Anpassung von Raum- und Siedlungsstrukturen an die Folgen von Klimaänderungen berücksichtigt werden – was zunächst mal sehr positiv anmutet.

Doch 13 Seiten weiter wird man schon etwas präziser:
In den Regionalen Raumordnungsprogrammen sollen klimaökologisch bedeutsame Freiflächen gesichert und entwickelt werden. In diesen Räumen sollen Maßnahmen zu einer Verminderung des Ausmaßes der Folgen von Klimaänderungen getroffen werden. Doch ist da tatsächlich mit gemeint, dass das Land Niedersachsen Freiflächen z.B. für neu zu entwickelnde Waldgebiete zum Abbau klimaschädlicher CO2-Emissionen sichern will? Wohl kaum!

Zutreffender ist, dass es sich bei dieser Aussage um ‚Orwellsches Gutsprech’ handelt. Schließlich ist nicht unbemerkt geblieben, dass die Bundes- und die Landesregierung im Begriff sind, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die CO2-Frachten aus den Kohlekraftwerken im Untergrund verpresst werden können.

Dem Atom- und Kohleverstromungsgiganten E.ON fällt in diesem Konzert die Aufgabe zu, ‚höffige’, d.h., nach gegenwärtigem Wissensstand zum Aufpumpen geeignete Bodenschichten aufzuspüren…

Von besorgten Bürgern wird jedoch dazu vorgebracht, dass das Aufpumpen von Bodenschichten zu riskant sei, weil – um einige Bedenken zu nennen - niemand die Dichtigkeit der Einlagerungsstätten garantieren könne. Nicht auszuschließen sei, dass

- Gebäude, Brücken und Deiche durch die Aufwölbung des Bodens beschädigt werden und Trinkwasseradern versalzen,

- durch den Überdruck im Untergrund Erdbeben ausgelöst werden,

- Undichtigkeiten an den Bohrlöchern zu CO2 ‚Blow-outs’ führen.

Solche Befürchtungen sind, wie jetzt durch ein vom BUND-Deutschland in Auftrag gegebenes Gutachten erhärtet wird, durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Der Gutachter kommt zu dem Ergebnis, dass niemand ausschließen kann, dass verpresste CO2 aus der Erde entweicht. Es handelt sich demnach bei diesem Vorhaben um ein ‚Learning-by-Doing’ auf Grundlage eines gegenwärtig [unzureichenden] Kenntnisstandes.

Zudem führen folgende Fakten dieses Vorhaben ad absurdum:
- Beim durch die Kohleverbrennung freigesetztem CO2 handelt es sich um ein durch - noch bis zu 40 Jahre - fortdauernde Laufzeiten von Kohlekraftwerken generiertes Mengenproblem, für die die Kapazitäten der zukünftig noch als geeignet erscheinenden auffindbaren Lagerstätten bei Weitem nicht ausreichen dürften.

- Bei Anwendung der ‚Carbon Capture and Storage’- [CCS] Technologie muss mehr Kohle für die Energiegewinnung verbrannt werden, was zu einer 30%igen Steigerung der im Untergrund zu verpressenden CO2-Fracht führen würde. Ganz abgesehen davon müssten zusätzliche Kraftwerke gebaut werden, um den durch Einbau von CO2-Abscheidungsvorrichtungen generierten Abfall des Wirkungsgrades und damit der Stromerzeugungskapazität auszugleichen.

Und letztlich
- binden die Investitionen in weitere Kohlekraftwerke finanzielle Mittel, die dem zur Zukunftssicherung dringend erforderlichen Auf- bzw. Ausbau regenerativer Energiekapazitäten entzogen würden,

- verzögern die Betriebsaufnahmen neuer Kohlekraftwerke - durch ihre unflexible Anpassung an Spannungsschwankungen im Stromnetz - langfristig den notwendigen forcierten Ausbau regenerativer Energieformen und deren Einspeisung in die Stromnetze,

- verzögern neue Kohlekraftwerke den schnellstmöglichen Abbau der CO2-Emissionsfrachten und müssen für die Begründung der CO2-Einlagerungen unter unseren Füßen herhalten.

Übrigens:
Da gibt’s noch einige Klimaleugner! Die argumentieren u.a. damit, dass der ‚Ökostrom’ für ein Hochtechnologieland wie Deutschland viel zu teuer sei. Bezeichnenderweise hört man aus diesem Kreis nichts zu den erheblichen Zusatzkosten für die Kohleverstromung durch die CCS-Technologie. Der dadurch bewirkte Mehrbedarf an Kohle, sowie der Bau und Betrieb von CO2-Abscheidungsanlagen, Pipelines und CO2-Untertagedeponien könnten in Investitions- und Betriebskosten gigantischen Ausmaßes einmünden. Dazu kommt eigentlich noch die Bildung finanzieller Rücklagen für den vollen Ausgleich eines ‚größten anzunehmenden Unfalls’ [GAU] – eigentlich!

Jochen Martin

Quelle: Bürgerportal Wilhelshaven

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner

Geschrieben am 27 Juli, 2010

 bardnearshorehooksiel190310.jpg
Windenergie wird jetzt auch offiziell als Jobmotor proklamiert, trotz Kohlekraftwerksbauten.

Die Windenergienutzung auf dem Meer ist Motor für die regionale wirtschaftliche Entwicklung an den deutschen Küsten. Davon konnte sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei einem Besuch in Bremerhaven und Cuxhaven überzeugen, wo sich in den vergangenen Jahren viele Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe sowie aus dem Transport- und Logistikbereich angesiedelt und Arbeitsplätze in der Region geschaffen haben.

weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Neue UBA-Studie: 100% Strom aus EE bis 2050 möglich

Geschrieben am 8 Juli, 2010

windraederhorum070710.jpg
Das Wangerland macht es Wilhelmshaven in fast jeder Hinsicht vor. 

Das Umweltbundesamt [UBA] hat eine Studie unter dem Titel „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ veröffentlicht, wonach die vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 technisch [und ökologisch vertretbar] möglich ist.

weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

12.000 gegen Kohlekraft

Geschrieben am 25 Juni, 2010

wulffsmid240610bisl.jpg
Johann Smid [Vorstandsmitglied BI Saubere Luft Ostfriesland] mit Christian Wulff

Bürgerinitiative überreicht Unterschriftenliste an Ministerpräsident Wulff

Die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland e.V. hat in Schillig, anlässlich des Jahrestages Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer, 12.000 Unterschriften gegen den Bau von Kohlekraftwerken an Ministerpräsident Wulff überreicht.

Seit 2009 hatte die Bürgerinitiative immer wieder versucht einen Besuchstermin zu erhalten.

„Wir sind immer wieder abgewiesen worden“ sagt Johann Smid, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative.

„Ich bin empört darüber, dass das Land Niedersachsen sich mit einem Weltnaturerbe Wattenmeer brüstet, obwohl es immer noch versucht Investoren für den Bau von Kohlekraftwerken an der Nordsee zu finden“, so der Diplom Landwirt, der 30 Jahre lang als Entwicklungshelfer in Afrika gearbeitet hat und die Folgen der Klimaerwärmung hautnah miterleben musste.
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Quecksilberemissionen werden nach EU-Recht zu Licht-Aus-Kriterium für neue Kohlekraftwerke

Geschrieben am 18 Juni, 2010

eonelectrabel140410-420.jpg

In Wilhelmshaven gönnt man sich mit dem Bau eines zweiten Kohlekraftwerkes anscheinend jeglichen Dreck und schließt sich gleichzeitig einer Klimaorganiisation an, um den CO2-Ausstoss zu vermindern.

Deutsche Umwelthilfe legt Genehmigungsbehörden in Schleswig-Holstein neues Rechtsgutachten vor – Genehmigungen für neue Anlagen in Zukunft praktisch unmöglich – DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake: „Investoren gehen hohes rechtliches und ökonomisches Risiko ein“
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

DUH und BUND klagen gegen Bebauungsplan für Kohlekraftwerk in Brunsbüttel

Geschrieben am 8 Mai, 2010

19kraftwerkwhv050109-420.jpg
In Wilhelmshaven glauben einige Politiker wirklich, dass man mit Kohlekraftwerken dem Klimawandel entgegenwirken kann und läßt die lobbyisten in einer tourismusgeprägten Region nach Herzenslust gewähren.

Deutsche Umwelthilfe, BUND und Privatperson reichen Klageantrag gegen Bebauungsplan für Steinkohlekraftwerk an der Elbe ein – Plan verstößt gegen europäische und nationale Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben – Realisierung des Kohlekraftwerks energie- und klimapolitisch unverantwortlich und baurechtlich höchst zweifelhaft
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Kraftwerksprojekt ‘50plus’ gestorben

Geschrieben am 15 April, 2010

eonelectrabel140410-420.jpg
Trotz der Absage haben die Wilhelmshavener wenig Grund zur Freude, denn neben dem bestehenden Eon Kohlekraftwerk entsteht ein weiteres von GDF-Suez [ehemals Electrabel].

Das Kraftwerksprojekt ‘50plus’ wird nicht gebaut wie geplant nicht in Wilhelmshaven und auch nicht anderswo.

Das gab ein E.ON-Vertreter aus Hannover auf dem 7. Kraftwerksforum im Bestandskraftwerk an der Jade bekannt.

Als Grund wurde angegeben, dass kein zuverlässiger Werkstoff entwickelt werden konnte, der für die Erhöhung des Wirkungsgrades erforderliche Hitze von 700°C dauerhaft standhält. Somit sei ein aus wirtschaftlicher Sicht erforderlicher Dauerbetrib nicht gewährleistet. “Wir sind noch nicht so weit” hieß es aber man forsche weiter.
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Deutsche Umwelthilfe fordert vollständigen Baustopp für E.on-Schwarzbau in Datteln

Geschrieben am 19 März, 2010

05eonkkwwhv131209-420.jpg
Kohlekraftwerke, wie das von Eon in Wilhelmshaven, gehören zu den größten Klimakillern und die Industrie wird nicht müde weitere gegen jede Vernunft bauen zu wollen.

Nach Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts ist Urteil des OVG Münster gegen Kohlekraftwerk Datteln rechtskräftig – Landesregierung soll nachträgliche Rettungsversuche des Kraftwerkbaus beenden – Von DUH und anderen Verbänden vorgeschlagenes Landesklimaschutzgesetz umsetzen.
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zum Bebauungsplan für das Steinkohlekraftwerk in Datteln rechtskräftig

Geschrieben am 17 März, 2010

kkwdattelnwiki-420.jpg
Das im Bau befindliche Eon-Kraftwerk gilt als Schwarzbau.

Die Stadt Datteln und die E.ON Kraftwerke GmbH haben beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 3. September 2009 eingelegt, mit dem das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan Nr. 105 - E.ON Kraftwerk - der Stadt Datteln aus mehreren Gründen für unwirksam erklärt hat.
weiter lesen »

Zum Beitrag gibt es bis jetzt keine Kommentare. »

 1 2 3 4 ...11
Webkraftwerk | Jens Bertram