Ärzte gegen Kohlekraftwerke

14 Januar, 2008

Was muss noch geschehen, bis unsere Stadtväter erkennen, das sie und die Energiekonzerne die einzigen sind, die die geplanten Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven haben wollen?

118 Ärzte aus Wilhelmshaven und Friesland haben sich in einer Zeitungsanzeige gegen die geplanten Kraftwerksneubauten ausgesprochen. Begründet haben die Fachleute ihre Kritik mit den zu erwartenden gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung. Auf dem Neujahrsempfang der Ärztekammer verweigerte Oberbürgermeister Menzel die Entgegennahme der Protestnote der Ärzte. Menzel (Sozialversicherungsfachangestellter) warf den 118 Medizinern Panikmache und Unwissen vor. Die Ärzte wiesen vorrangig auf die gesundheitlichen Gefahren durch Blei, Schwefel und Feinstaub hin, die bei der Energiegewinnung durch Kohle in großen Mengen aus den Schornsteinen auf die Bevölkerung nieder gehen.

Menzel sprach, wie auch die WZ in ihrem Kommentar, von einem “Horrorszenario”, welches von den Ärzten und der Zeche Rüstersielergroden verbreitet würde. Die Kraftwerksbefürworter verkennen bei ihren unfundierten Angriffen, dass der Horror für die Umwelt, das Klima und die Bevölkerung in der Natur der Energiegewinnung aus Kohle liegt und daher nicht von verantwortungsvollen Kritikern erfunden werden muss. Dies hat auch die Partei des Oberbürgermeisters (SPD) erkannt und in diversen Beschlüssen, Programmen und Pressemitteilungen publiziert.

Durch seine Verweigerungshaltung, die Protestnote der Ärzte entgegen zu nehmen, bewies Menzel erneut eindrucksvoll, wie er mit den demokratischen Rechten der Bürger umgeht. Kritik ist nicht erwünscht, Kritiker sind Nestbeschmutzer.

Ärzte gegen Kohlekraftwerke (externer Link)

4 Kommentare

  1. 4

    Elektrika

    Jaja Miriam…..

    wette ma, ich wette du hast noch nie ne kragtwerk von innen gesehen…und wenn das nicht schonmal gehört hättest das es feinstaub gibt, übrigends auch wenn du staubsaugst zuhause…und da noch unkontrollierter…wüüstest du da nichts von…und von schmiergeldern zu sprechen ist noch lustiger…frei nach dem
    motto:

    ne stramme behauptung ist besser als jeder beweis…

    autsch…………

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  2. 3

    Miriam

    Autsch,Herr Menzel.

    Damit befördern Sie sich sicherlich ins AUS… Ich lese hier die ganze Zeit und hab immer nur einen Gedanken dabei im Kopf: Wie viel Geld wird ihm wohl in seine eigene Tasche gesteckt, dass man so unnachgiebig so einen Quatsch unterstützt und befürwortet. Wenn´s wirklich so weit kommt, ist er sicherlich einer der Ersten, der sich außerhalb der “Feinstaubgefahrenzone” ein neues Heim sucht!!! 100%ig!!! Wer wettet mit?

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  3. 2

    Thomas

    Herr Richter vergleicht OB Menzel mit Mr.President Putin.
    Nach der Zeitschrift TIME ist Plutin die Persönlichkeit des Jahres 2007.
    Es waren übrigens 118 Zahnärzte und Ärzte, die sich gegen den Bau des Kohlekraftwerke wenden. Damit die weißen Zähne weiß bleiben und die grüne Stadt grün bleibt. Die GRÜNEN unterstützen den WHV “Wahlhilfsverein” BI Zeche Rüstersiel mit 1000 Euro Rechtskostenhilfe.

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  4. 1

    Stephan Richter

    Hand in Hand mit der geplanten Umweltverschmutzung geht offensichtlich eine Verschmutzung der politischen Kultur.

    Auf beiden Feldern hat OB Menzel Hervorragendes geleistet. Sein Verhalten auf dem Neujahrsempfang der Ärzte ist der traurige Höhepunkt einer langen Reihe von öffentlichen Auftritten, in denen Kritiker der Fossilpolitik dieser Stadt diffamiert und ausgegrenzt werden sollen. Es zeigt aber auch, dass Menzel und sein Klientel zunehmend nervös werden. Wenn ein bedeutender Teil der Wilhelmshavener Ärzteschaft für sein öffentlich vorgetragene Bedenken mit dem Vorwurf bedacht wird, Daten manipuliert und sich vor den Karren eines grünen Landtagskandidaten gespannt haben zu lassen, dann muss es schon in der Hütte (sprich Rathaus, Chefzimmer) brennen.

    Ohne Not diffamiert keiner eine Berufsgruppe, die ein hohes öffentliches Ansehen genießt. Die Haltung eines souveränen, sich als Repräsentant aller Wilhelmshavener verstehenden Oberbürgermeisters wäre es gewesen, den Initiatoren der Erklärung dafür zu danken, dass sie über den Tellerrand hinausgeschaut und einen wichtigen Beitrag zur Debatte über künftige Energiepolitik in Stadt und Land geleistet haben. Menzels Art, mit Kritik umzugehen, erinnert immer mehr an den Politik-Stil eines gewissen Wladimir Putin, Hausherr in Russland.

    Merkt die Wilhelmshavener SPD eigentlich nicht, dass der Polarisierer, Vereinfacher und Ausgrenzer Menzel eine Art Sicherheitsrisiko für sie selbst und diese Stadt zu werden droht?

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