Auch das Wangerland macht Druck

18 Januar, 2008

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Immer wenn man durch das Wangerland fährt sieht man, was die Wilhelmshavener Polit-Prominenz falsch macht und wie rückständig diese antiquierte Politik und Denkweise ist.

Auf der Werbeveranstaltung von Electrabel, zu der Oberbürgermeister Menzel und dessen Wangerländer Amtskollege Hinrichs für den 16.01.2008 nach Hooksiel eingeladen hatten, machte sich der Unmut der Wangerländer breit. Der Energiekonzern und dessen politische Wasserträger bekommen inzwischen den Gegenwind von allen Seiten ins Gesicht geblasen.

Die Wangerländer Bürger, die in einer großen Zahl vom Tourismus leben, befürchten (zurecht!), dass die geplanten Ansiedlungen von Kohlekraftwerken in Wilhelmshaven negative Auswirkungen auf die Zahl der Touristen haben könne. Auch wird der Verlust des Status “Heilbadstatus” von Horumersiel-Schillig befürchtet.

Dem Vertreter von Electrabel und seinem Zögling Menzel ist es in der Veranstaltung nicht gelungen, diese Bedenken auszuräumen. Dies mag unter anderem daran liegen, dass die Bedenken der Wangerländer sehr fundiert und realistisch sind. Die Dreckschleuder von Electrabel kann einen großen Teil dazu beitragen, dass im Wangerland hunderte von Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche vernichtet werden.

Viele Fragen der anwesenden Büger blieben unbeantwortet, weil sie nicht in das Werbeschema des Energieriesen passten. Und bevor die Kraftwerksbefürworter den Kritikern Recht geben, lassen sie ihre Fragen lieber offen.

Die Front der Kraftwerksgegner weitet sich immer weiter aus. Neben tausenden Unterschriften, die die Zeche bereits gesammelt hat, engagieren sich verantwortungsbewusste Ärzte und die Bürger des Umlandes gegen die Planungen von Electrabel und der Stadt Wilhelmshaven. Einzig die Politik beharrt weiter auf ihrem kompromisslosen Kurs der Verantwortungslosigkeit.

1 Kommentar

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    Bettina Richter

    Die Veranstaltung in Hooksiel hat deutlich gezeigt: Die Wangerländer müssen fürchten, den Status als Luftkurort zu verlieren, und das schon bei einem geringen Anstieg der Schadstoffe in der Luft. Denn die Obergrenze ist schon jetzt so gut wie erreicht.

    Da konnten auch die gebetsmühlenartig wiederholten Beteuerungen der Herren von Elektrabel, man emittiere ja so eminent viel weniger Schadstoffe als gesetzlich erlaubt, nichts ausrichten. Auf die Frage, wie viel denn konkret aus dem Schornstein herauskomme, musste Herr Albers leider passen. Das sei ganz schwer zu sagen. Dr. Schmeding hatte zum Glück die Daten parat - von Elektrabel selbst herausgegeben und im Aufruf der Ärzteinitiative nachzulesen.

    Und die Auswirkungen sind kein “Horrorszenario”, sondern traurige Realität. Eines wurde klar: Die Planung der Kraftwerke ist eine einsame Entscheidung von Wilhelmshavener Politikern gewesen, denen es völlig egal ist, was für Auswirkungen diese Steinzeittechnologie auf ihre Umgebung hat. Und dabei handelt es sich um Politiker einer Partei, deren Umweltminister in Berlin sich für den Umweltschutz und den gegen den Klimawandel stark macht.

    Wie hieß schon das schöne alte Lied über die Sozialdemokraten: “Wir schlagen Schaum, wir seifen ein, wir waschen unsre Hände wieder rein.”

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