Oberklimaretter lud ein!
Pressemitteilung

Wie immer: mittendrin statt nur dabei, sozusagen in der ersten Reihe bei den Lobbyisten: Eberhard Menzel, Oberbürgermeister von Wilhelmshaven!
Das war wieder so ein Abend, wie es sich jeder Lobbyist wünscht: Steinzeittechnologie untermauert mit Weltrekordwirkungsgrad und die Kritiker, die vielleicht eine Atomstromdiskussion hätten anstimmen wollen, wurden ernüchtert, durch die Ankündigung, dass dieses Thema nicht Gegenstand der abendlichen Diskussion wäre - macht sich auch nicht so gut im blitzsauberen Klimaretter-Portfolio, wenn man weiß, wie Uranerz gefördert wird
Dafür lebt es sich viel besser mit Importkohle und dem Versprechen, dass diese “billige” Kohle dafür sorgt, dass der Strompreis in Zukunft vermutlich bezahlbar bleibt.
Hier sollte man allerdings lieber auch nicht fragen, wie die Kohle im Ausland abgebaut wird, sonst könnte noch herauskommen, dass die “ausländischen Kumpel” unter menschenunwürdigsten Bedingungen arbeiten, deren Lohn nicht einmal annähernd an den eines Mindestlohns herankommt, ganz zu schweigen von den nicht vorhandenen Sozialleistungen und den diversen Unfällen in diesen Minen. Die kritische Hinterfragung nach bezahlbaren Strompreisen jedoch erregte dann keine Heiterkeit mehr.
Es wurde gefragt, warum gerade ein anscheinend so renommiertes Prognoseinstitut 1995 prognostizierte, dass der Energieverbrauch sich nicht nennenswert erhöhen würde und der Energiepreis nicht nennenswert steigen wird. Konterkariert wurde diese prognostizierte Prognose durch die ortsansässige Lokalgazette, in der sich die Energiekonzerne über die zunehmenden Engpässe im Stromnetz beschweren und 74 Energieversorger die Strompreise zum 1. Februar 2008 um 7,2 Prozent erhöhen.
Nebenbei erscheinen Anzeigen deren Inhalt sich wie folgt liest:
“Bei Fragen der Energieversorgung:
Sachverstand einschalten.”
und
“Bei Fragen der Zukunft und Arbeit:
Bauchgefühl ausschalten.”
Im weiteren Verlauf der Fragestellung nach bezahlbaren Energiepreisen für den “Otto-Normal-Verbraucher” fiel auch das Wort: Hermann Scheer, ein Verfechter der Erneuerbaren Energien, der die Energieproduzenten als “Cosa Nostra” bezeichnet und hinzufügt, sie hätten in den vergangenen Jahren ein Monopol errichtet, das “in der Geschichte der deutschen Stromwirtschaft beispiellos ist.”
Aus dem Zusatz aus dem Publikum:
“Legt man die sogenannte Merit-Order bei der Bildung des Strompreises zugrunde, dann verdienen sich die Energiekonzerne “dumm und dämlich” antwortete Herr Seibel [E.on Hannover]:
“Herrman Scheer hätte bei E.on Hausverbot, auf ein solches Niveau lasse man sich nicht herab und die gestellte Frage wäre nicht Diskussiongegenstand des Abends.”
Tja, wen interessiert auch schon, warum die Strompreise schon jetzt explodieren!
Aufgeheitert wurde der Abend wieder einmal durch den “Ausfall” von Eberhard Menzel, dem Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, der die Karikaturisten im Internet jetzt bei jeder öffentlichen Diskussion versucht persönlich zu diskreditieren, obwohl er selbst immer wieder zur sachlichen Diskussion mahnt.
So kennen wir ihn halt: Kritik austeilen - ja, aber Kritik einstecken - nö!
Eine Warnung möchten wir noch loswerden, die sämtliche Kohlekraftwerksinitiativen angeht. Auf der Internetseite der Anti-Kohlekraftwerksinitiative: www.stopp-staudinger.de heisst es:
Das Bensheimer Unternehmen IFOK versucht sich in der Rolle des unparteiischen Moderators.
Das Unternehmen wird in diesem Zusammenhang von E.on bezahlt und entpuppe sich immer mehr als Hoflieferant des Energiekonzerns. Auf der Startseite des Kraftwerkforums wird dem Betrachter suggeriert, dass Klimakiller Kraftwerke zum integralen Bestandteil einer idyllischen Landschaft gehören”
und in der Offenbacher Post:
Das “Kraftwerksforum” wird nicht öffentlich tagen.
Ihm sollen Vertreter aus Politik, Verwaltung, von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, Kirchen und Wirtschaft angehören. Über die Ergebnisse der Sitzungen werde die Öffentlichkeit jeweils umgehend unterrichtet, so der Kraftwerksleiter. Kaufhold kündigte an, dass über das Kraftwerksforum hinaus auch der Dialog mit den Bürgern der Gemeinden rund um das Kraftwerk verstärkt werde.
Das ist so ähnlich wie in Wilhelmshaven, schöne kanalisierte Informationen nach einer Tagung hinter verschlossener Tür!
Also: Finger weg, wenn deren Post kommt und hier noch die Krönung: Vattenfall unterrichtet jetzt Klimaschutz!
Toll!
