Meeresspiegel steigt unaufhaltsam
…so titelt die Wilhelmshavener Zeitung heute auf Seite 27. Mit einem bis zu 75 cm höheren Meeresspiegel müssen die Bewohner der Nordseeküste in diesem Jahrhundert leben, so Insa Meinke vom GKSS-Forschungszentrum. Der Klimawandel werde dafür Sorge tragen, dass diese Entwicklung eintritt und auch das Binnenland mit erheblichen Niederschlägen in Mitleidenschaft zieht.
Hintergrund dieser Daten war ein parlamentarischer Abend in der gemeinsamen Landesvertretung von Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Berlin. Umweltminister Hirche (FDP) mahnte die Unterstützung aller Bundesländer bei der Finanzierung der notwendigen Deicherhöhungen an. Die Kosten wären so immens, dass Niedersachsen diese alleine nicht aufbringen könne, so Hirche.
Verschwiegen wird natürlich, dass die neuen Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven, die direkt am Deich entstehen, für den Klimawandel und damit die Erhöhung des Meeresspiegels mitverantwortlich sind. Im Klartext heißt dies, dass in Wilhelmshaven zwar rund 220 neue Arbeitsplätze entstehen (bei zwei Kraftwerksneubauten), der Steuerzahler muss aber mehrere Milliarden Euro aufbringen, um die Deiche an der Nord- und Ostseeküste um fast einen Meter zu erhöhen. Alleine die Niedersächsische Festland-Deichlinie ist über 600 km lang. Das ist doch mal ein gutes Geschäft meine Damen und Herren Politiker.
Wer aber bedingungslosen Strom aus der Steckdose wünscht, wer 220 Arbeitsplätze wünscht, wer Kohlestaub mag und Blei liebt, der muss auch bereit sein, mehrere Milliarden Euro dafür bereit zu stellen…
Na? Macht es Klick?
