Schüler werden instrumentalisiert
Den Energielobbyisten ist scheinbar nicht heilig. EON und die Wilhelmshavener Zeitung setzen auf den Nachwuchs, wenn es um die gezielte Meinungsmanipulation geht. In der (eigentlich sehr positiven) Reihe der WZ “Schule trifft Zeitung” können Schüler aus Wilhelmshaven kleine Einblicke in das Leben von Zeitungen werfen. In eigenen Berichten probieren sich die Schüler aus und behandeln (fast) eigenständig diverse Themenbereiche.
In der heutigen Ausgabe der WZ sind gleich drei Artikel von Schülern zu den geplanten Kohlekraftwerken zu finden. Mit tollen Werksführungen und verdrehten Wahrheiten haben die EON-Verantwortlichen ihre Chance genutzt, um die Schüler zu instrumentalisieren. Mit platten Scheinargumenten und den üblichen Halbwahrheiten über CO2-Ausstoß und die Kraft-Wärme-Kopplung von EON versorgt, verfassten die Schüler Berichte, die auch aus einer Werbebroschüre der Energieriesen stammen könnten.
Von praktiziertem Umweltschutz bis hin zu tollen und herausragenden Berufschancen in Kraftwerksbereich wird geworben. Kein Wort von Klimawandel, von den Klimaschutzzielen der Bundesregierung, der EU oder der UNO. Nicht ein Wort von Erderwärmung und keine kritischen Fragen. Nur in zwei Zeilen gibt es kritische Anmerkungen, die aber gleich mit den üblichen Lobbyisten-Antworten entwertet werden. So wäre es dem Verbraucher natürlich kaum zuzumuten, die Kosten für die Kraft-Wärme-Kopplung aufzuerlegen.
Es ist traurig anzusehen, wie die Politik, die Lokalpresse und die Energiekonzerne vor nichts zurück schrecken, um ihre Gewinnmaximierung auf Kosten aller umzusetzen. Vielleicht hätten sich die Zeitungsschüler mal mit Kindern ihrer Altersklasse unterhalten sollen, die z.B. an Pseudokrupp erkrankt sind, deren Eltern pleite sind, weil sie die horrenden Energiepreise nicht mehr bezahlen können. Vielleicht sollten sie mal überlegen, ob sie im Schatten von bis zu fünf Kohlekraftwerken spielen wollen, was die Erwärmung von nur einem Grad Celsius für die Gewässer bedeutet oder warum die Energiekonzerne in Deutschland jährlich Milliardengewinne einfahren und angeblich kein Geld für die Errichtung eines Fernwärmenetzes in Wilhelmshaven haben!?
Warum haben sich die Schüler nicht damit beschäftigt, woher die angeblich so billige Kohle für unsere Kraftwerke kommt!? Wenn ihnen jemand gesagt hätte, dass zehnjährige Kinder in China und Südafrika in den Minen arbeiten müssen, damit wir die billige Kohle kaufen können, dann würde ihr Urteil bestimmt anders ausfallen - nur hätte es die WZ dann noch gedruckt?


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Dorothee JüttnerGeschrieben am 11 März, 2008 um 11:18
Den Kindern ist wohl weniger ein Vorwurf zu machen als vielmehr den betreuenden Personen, denn genauso wie sich die Schüler für die Kraftwerkstechnologie begeistern haben lassen, so könnte man sie als Lehrer oder Eltern ja auch über gegenteilige Meinungen und Forschungsergebnisse informieren!
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WilhelmGeschrieben am 8 März, 2008 um 13:52
Zitat Wilhelm ↑:
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WilhelmGeschrieben am 7 März, 2008 um 16:28
Es ist wirklich traurig und hat etwas von Verführung Minderjähriger.
Aus Amerika kennt man das ja, wenn Waffenlobby und Militär die Kids wegfängt, Brot und Spiele verspricht und mit 50plus-Panzern und Technik-vom-Feinsten junge Leute verführt.
Wenn Sohnemann später im Zinksarg nachhause kommt, rollt die Familie die Patriotenfahne ein und Mutti steht vorm Weißen Haus und weint in die Fernsehkameras daß Bush ein Mörder sei.
Der hat aber gar nicht geschossen und kann das auch beweisen.
Auch die Energiekonzerne töten nicht, machen niemanden krank und können das mit Gutachten beweisen, sogar dann, wenn kranke Kinder sich durch eine verdorbene Umwelt husten müssen.
Hoffentlich heißen die Mädchen dann nicht schon Elektrabel und die Jungs Eon, weil die lieben Eltern sich so sehr haben begeistern lassen.
Sarkasmus ? -
Kommentar zitierenNein, Wut.