„Stromlücke“ ist Schimäre der Energiekonzerne.

1 April, 2008

Atom- und Kohlekraftwerke sind verzichtbar.
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Kohlekraftwerke, wie die Dreckschleuder von E.on auf dem Rüstersieler Groden, sind nicht länger Stand der Technik, so wie von den Energieversorgern per “Greenwashing” propagiert.

Berlin: Zur aktuellen Expertise des Umweltbundesamtes über das Nichtvorhandensein einer Versorgungslücke im Energieangebot erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND]:

„Jetzt hat auch das Umweltbundesamt klargestellt, dass ohne Atomstrom und ohne neue Kohlekraftwerke ambitionierte Klimaschutzziele und eine sichere Stromversorgung erreichbar bleiben. Die Chefs der Energieunternehmen sollten endlich einsehen, dass ihre Panikmache vor einem Black-out in Deutschland gescheitert ist. Und sie sollten dafür sorgen, dass mehr in effiziente und klimaschonende Heizkraftwerke investiert wird.“

Nach Ansicht des BUND könnten regenerative Energien bis 2020 die Kapazitäten der abzuschaltenden Atomkraftwerke ersetzen. Werde der Stromverbrauch bis dahin um ein Fünftel gesenkt und der Anteil des Stroms aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen [KWK] auf rund 30 Prozent gesteigert, sei Deutschland weit von einer so genannten “Stromlücke” entfernt. Die Stromerzeugung in KWK-Heizkraftwerken mit hohem Wirkungsgrad lasse sich gegenüber dem heutigen Stand mindestens verdoppeln, wenn es eine ausreichende Förderung gebe.

Den von der Deutschen Energieagentur [dena] zur Deckung einer „Stromlücke“ errechneten Bedarf von 15 zusätzlichen Großkraftwerken stellte der BUND infrage. Deutschlands Stromexporte hätten im zurückliegenden Jahr der Leistung zweier Atomkraftwerke entsprochen. Dieser hohe Exportanteil belege, dass es auch dann keine Stromlücke gebe, wenn wie 2007 mehrere Reaktoren wegen technischer Pannen monatelang abgeschaltet blieben. Neue Kohlekraftwerke, wie sie die dena fordere, unterliefen zudem die nationalen Klimaschutzziele. Diese erforderten, dass der gesamte Energiesektor in Deutschland im Jahr 2050 nur noch etwa 85 Millionen Tonnen CO2 emittieren dürfe. Die derzeit geplanten Kohlekraftwerke würden dann jedoch mindestens 145 Millionen Tonnen des Klimagases ausstoßen.

Weiger kündigte an, der BUND werde den Bürgerprotest an den Standorten geplanter neuer Kohlekraftwerke weiter intensiv unterstützen.

Als nächstes gehe es darum, den Bau des Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu stoppen. Die Hamburger Grünen dürften nur dann eine Koalitionsvereinbarung mit der CDU eingehen, wenn statt des Kohlekraftwerks ein deutlich kleineres effizientes Gaskraftwerk gebaut wird und Hamburg verstärkt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzt. In einem Alternativszenario hatte der BUND errechnet, dass auf diese Weise die CO2-Emissionen der Hansestadt gegenüber dem von Vattenfall geplanten Kohlekraftwerk um 80 Prozent geringer ausfallen.

Quelle: www.BUND.net

2 Kommentare

  1. 2

    Wolf

    Zitat Nick :

    Auch die Bundesnetzagentur - welche wohl unverdächtig ist, Lobby der Energiekonzerne zu sein - warnt vor Versorgungsengpässen, insbes. im Sommer dieses Jahres.

    …vielleicht sollten die von der bundesnetzagentur auch mal ifeu gutachten lesen, oder energieszenarien, wie das aus schleswig holstein oder niedersachsen.
    gerade heute war ein schöner bericht in tagesschau.de über:
    Verdeckte Lobbyarbeit in Bundesbehörden?
    es ist immer wieder schön, wie man versucht gegen die vernunft und gegen die klimaziele argumente aufzutürmen, die keine sind!

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  2. 1

    Nick

    Auch die Bundesnetzagentur - welche wohl unverdächtig ist, Lobby der Energiekonzerne zu sein - warnt vor Versorgungsengpässen, insbes. im Sommer dieses Jahres.

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