Keine Kraft-Wärme-Kopplung in Wilhelmshaven

Wie man bei “Leuchtturmprojekten” zusätzlich zu platzenden Milliarden-Projekt-Seifenblasen Geld “versenkt” zeigt auch die eingens angelegte Buslinie vom Jahrhundertprojekt JadeWeserPort, die durch Leerfahrten besticht!
Und wieder platzt eine Seifenblase in Wilhelmshaven. Nach den Protesten der Bürger gegen die vier in Wilhelmshaven geplanten Kohlekraftwerke, ließ sich die Politik und die Energielobby so einiges einfallen. Ein zentraler Kritikpunkt der Kohlekraftwerksgegner war und ist die fehlende Kraft-Wärme-Kopplung der Kraftwerke.
Also schufen die Verantwortlichen ein neues Konstrukt, um die Gegner der Drecksschleudern zu beruhigen. Das von EON geplante Kohlekraftwerk sollte die Abwärme an das ebenfalls geplante Flüssiggasterminal liefern. Hierdurch wäre der Wirkungsgrad erheblich erhöht worden.
Und nun kommt EON auf den Plan und teilt mit, dass das Flüssiggasterminal nicht gebaut wird. Das Kohlekraftwerk wurde aber von der Politik in Wilhelmshaven kritiklos durchgewunken. Das Versprechen einer Kraft-Wärme-Kopplung ist also ebenso geplatzt, wie das Flüssiggasterminal an sich.
Diese Entwicklung bedeutet, dass bald bis zu fünf Kohlekraftwerke in Wilhelmshaven stehen könnten, die sämtlich ohne Kraft-Wärme-Kopplung ausgestattet sind. Die vorschnellen Ankündigungen der Lokalpolitiker sind mal wieder im Sande verlaufen. Sowas passiert, wenn sich Provinzpolitiker anschicken, bei den Großen mitzuspielen…


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WilhelmGeschrieben am 14 August, 2008 um 15:14
Viele haben es nicht gelesen:
In der Wilhelmshavener Zeitung (WZ) war am Freitag, dem 11. Juli 2008 ein Bericht über die Diplomierungsfeier der Fachhochschule.
Titel: Nur 2 Prozent der Absolventen arbeitslos.
Zum Ende des Artikels - und bis dort haben scheinbar viele nicht gelesen - wird etwas sehr interessantes gesagt.
Festredner Jürgen Evers: Energie in Zukunft effizienter nutzen.
Zit.: In seinem Festvortrag stellte der langjährige Geschäftsführer der Vareler Papier- und Kartonfabrik, Jürgen Evers, die innovative Entwicklung des Familienunternehmens insbesondere mit Blick auf Ressourcenschonung und Energieeinsparung vor. So verwende man zu 100 Prozent Recycling-Material, betreibe eine vollbiologische Kläranlage, erzeuge über Biogas vier Mega-Watt und betreibe seit Jahrzehnten erfolgreich Kraft-Wärmekopplung.
Insgesamt könne man 15 Mega-Watt ins öffentliche Netz einspeisen, eine Menge, die zur Stromversorgung Wilhelmshavens ausreiche. Dabei erreiche man im Produktionsprozeß durch Kraft-Wärmekopplung einen Wirkungsgrad der eingesetzten Energie von über 90 Prozent - im Vergleich dazu verpuffen 60 Prozent der im Kraftwerk eingesetzten Energie als freigesetzte Wärme.
Evers: “Energie effizienter einzusetzen, ist das, womit wir uns in Zukunft ale beschäftigen müssen.”
Siehe da, Vorbilder gibt es, sogar ganz nahebei. Leider brauchen manche Menschen keine. Wissen macht das Leben ja auch komplizierter.
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GerdGeschrieben am 6 August, 2008 um 14:47
Seinerzeit hieß es in der NWZ :
Die Energiekonzerne Eon Energie und Electrabel müssen für ihre Kraftwerkstandorte in Wilhelmshaven gutachterlich prüfen lassen, inwieweit die anfallende Abwärme wirtschaftlich genutzt werden kann. Wie Walter Kulisch, für Genehmigungsverfahren zuständiger Abteilungsleiter im Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte, werde die Behörde die Eon im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den geplanten Kraftwerk-Neubau zu einer Untersuchung über die technische und wirtschaftliche Möglichkeit von Kraft-Wärme-Kopplung verpflichten.
Auch das Unternehmen Electrabel, das bereits über eine Genehmigung für einen vorzeitigen Baubeginn für sein Kohlekraftwerk verfügt, werde ein entsprechende Gutachten erstellen müssen, sagte Kulisch. Die rechtliche Grundlage für die Anforderung an die Betreiber von Großkraftwerken ergebe sich aus der 13. Bundesimmissionsschutz-Verordnung. Danach muss der Betreiber der Genehmigungsbehörde darlegen, dass gegebenenfalls Maßnahmen zur Kraft-Wärme- Kopplung technisch nicht machbar oder aber wirtschaftlich unzumutbar sind.
******* nachzulesen auf :
http://www.nwzonline.de/index_regionalausgaben_stadt_wilhelmshaven_artikel.php?id=1704548
Wieder einmal fein raus, die Politik und Energielobby, denn technisch nicht machbar oder aber wirtschaftlich unzumutbar …
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Jochen MartinGeschrieben am 6 August, 2008 um 11:41
Die Kraft-Wärmekopplung zwischen E.ON-Kohlekraftwerk und E.ON Ruhrgas Terminal ist schon vorher gestorben:
Das musste das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg (GAA auf dem Scoping Termin zum angekündigten zweiten Kohlekraftwerksblock am 18. Juni in der Stadthalle unvorhergesehenerweise einräumen.
Und das kam so:
Gegen Ende der Erörterung hatte das GAA darüber informiert, dass man Gespräche mit der WRG und der INEOS über die Abnahme von Abwärme aus dem Kraftwerk führen wolle. Diese bräuchten Wärme für ihre Produktionsprozesse. Es sei zu prüfen, inwieweit dieser Bedarf durch das anfallende Warmwasser aus dem Kraftwerk gedeckt könne.
Man sei nämlich gesetzlich dazu gehalten, dies als Alternative zur Einleitung in die Jade zu prüfen.
Nach der damit verküpften Anfrage des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) rückte das GAA damit heraus, dass eine Kraft-/Wärmekopplung zwischen Kraftwerk und LNG-Terminal (obwohl in dem Planfeststellungsantrag der E.ON-Ruhrgas aufgeführt) nicht vorgesehen sei…
Wir Bürger der Jade-Region sollten also jetzt darauf drängen, dass die Kraftwerksabwärme von der WRG und der INEOS genutzt wird, statt es in die Jade zu leiten.
Solche Bemühungen würden auch der Stadt gut anstehen und sicher eine breite Unterstützung bei den BürgerInnen unserer Stadt finden.
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