Ärzteinitiative besucht SPD Ortsvereine in Wilhelmshaven

20 August, 2008

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Etwa 20 Interessierte besuchten die Veranstaltung der Ortsvereine der SPD zum Thema: “Neue KOHLEKRAFTWERKE in Wilhelmshaven”.

Die Ortsvereine der SPD aus Wilhelmshaven, Voslapp, Sengwarden und Rüstersiel, hatten in die Voslapper Markeschänke zum Thema: “Neue KOHLEKRAFTWERKE in Wilhelmshaven” eingeladen.
Referenten des Abends waren die Ärzteinitiative Wilhelmshaven und Herr Witt vom städtischen Bauamt in Wilhelmshaven.

Eröffnet wurde die Diskussion von Karl-Heinz Unger, Vorsitzender des Ortsvereins Voslapp, einem kritischen Geist aus der SPD, der mit seiner Argumentation auch schon einmal aneckt.

Die Ortsvereine hatten eingeladen, weil sie die Meinung vertreten, dass man beide Seite hören muß, Befürworter und Gegner, was im Vorfeld der Ansiedlungsdiskussion der bis zu 4 Kohlekraftwerke viel zu wenig bis gar nicht getan wurde. Bemängelt wurde auch die Vorfilterung der Umstände um die Kohlekraftwerksansiedlung durch die ortsansässige Presse.

Die Ärzteinitiative erläuterte in Teilabschnitten zunächst die Schadstoffe, die Schadstoffmengen und die dadurch zu erwartenden Schadstoffbelastungen , die Wilhelmshaven und die Umwelt beim Bau der Kohlekraftwerke zu befürchten hätte und wertete die Kohlekraftwerksansiedlung als glatten Angriff auf die Klimaziele der Bundesregierung, die beim Neubau von Kohlekraftwerken nicht einzuhalten wären. Die 40 bis 50jährige Bindung an diese Steinzeittechnologie würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv behindern, denn durch den Bestandsschutz der nicht mehr zeitgemässen Techniologie würden die Energie-Untenehmen ihre Machtposition vollends auskosten und die Technologieentwicklung verlangsamt vorantreiben.

Der zweite Teilabschnitt befasste sich mit der Feinstaubbelastung, die dadurch geprägt wird, dass der gesetzliche Rahmen der Bundesrepublik den Zubau von Kohlekraftwerken zulässt, während in Ländern wie Belgien oder Dänemark der Kohlekraftwerksbau verboten ist und die Erneuerbaren Energien wie Blockheizkraftwerke, Windparks und Solarenergie den Markt beherrschen.

Der dritte Teilabschnitt gehörte der Lüge vom billigen Atomstrom, einer hochriskanten Technologie deren wirklicher Kilowattstundenpreios bei etwa 2 Euro liegt, rechnet man Unfallversicherungen, Rückbaukosten und Entsorgungskosten wirklich dazu. Diese zuletzt genanten Kosten werden nämlich sozialisiert, d. h. die bezahlt der Steuerzahler, wie so viele Subventionen der Energieunternehmen.

In dieses Atomlobbyportfolio passt somit natürlich nicht, dass hochradioaktiver Abfall aus Deutschland in Sibirien in der Nähe des Beikalsees in castorähnlichen Behältern unter freiem Himmel lagert und vor sich hinrostet und das sich die Energiepreise seit 2002 verdoppelt haben wohl auch nicht.
Deutschland hat bis heute kein Endlager für hochradioaktive Abfälle, die in sogenannten Zwischenlagern in Castor-Behältern zum verweilen und nach ca. 40 Jahren umgelagert werden müssen, weil die Halbwertzeit der Container sich dann dem Ende zuneigt.

Schon heute exportiert Deutschland soviel Strom, so dass sich die von den Energikonzernen propagierte Energielücke als Schimäre entpuppt. Auch bei Abschaltung von Atomkraftwerken gibt es immer noch genügend Kompensationsmöglichkeiten, um die Grundlast mit Strom abzusichern.

Den Energiekonzernen geht es alleine um die Wirtschaftlichkeit ihrer Vorhaben und letztendlich um den horrenden Gewinn, der auch dadurch entsteht, dass die Emissionszertifikate noch hauptsächlich zum Nulltartif an die Energieriesen gehen, während sie dem Verbraucher voll in Rechnung gestellt werden.

Die Maxime der Energiekonzerne lautet nicht umsonst:
Wirtschaftlichkeit, gesicherte Energieversorgung und dann erst: Umweltschutz.

In der anschliessenden Diskussion wurde bemängelt, dass sich die Gutachten auf der Grundlage von gerechneten Werten bewegen und die gesetzliche Grundlage natürlich so nicht verletzt wird, Gesetze, an denen die Energiekonzerne durch ihre Lobbyarbeit in Ministerien und im Bundestag tatkräftig mitarbeiten.

Bis heute gibt es kein flächendeckendes Monitoring, d. h. keine realistischen Werte, auf deren Basis es möglich wäre zu sehen, wie sich die gutachterlich erzeugten Rechenwahrheiten in der Praxis bewähren, und zwar vor dem Bau, mittendrin und nach dem Bau.

Wichtig ist dieses flächendeckende Monitoring in der Hinsicht, dass es in der Region ca. 27.000 Arbeitsplätze gibt, die direkt oder indirekt mit dem Tourismus in Verbindung stehen und die Grenzwerte im Wangerland schon während einer Messung schon vor 3 Jahren erreicht wurden.

Das Résumé des Abends war, dass viele der Anwesenden emotional sehr erregt waren, weil sie über die Nachteile der Kohlekraftwerksansiedlung im Vorfeld so wenig informiert und aufgeklärt wurden. Da hätten sich wahrscheinlich einige Menschen zuviel auf die Seite der Kohlekraftwerksgegner begeben.

In diesem Zusammenhang wird klar, dass die Lobbyisten kein Interesse an der vertiefenden und sachlichen Aufklärung der Bevölkerung haben, denn das wäre der Supergau für ihre rein wirtschaftlichen Interessen.

Wohl bekomms, dass bißchen CO2, Quecksilber, Feinstaub, Radioaktivität…

Quelle: Bürgerportal Wilhelmshaven

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