Kraftwerk in Lubmin droht das Aus

30 Oktober, 2008

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Lubmin aus der Luft: 20 km entfernt von der Insel Rügen plant der dänische Energiekonzern den Bau eines gigantischen Steinkohlekraftwerks. [Foto: Homepage: www.kein-kohlekraftwerk-lubmin.de ]

Die SPD in Vorpommern sieht sich nach der Stellungnahme des Sozialministeriums in ihrer ablehnenden Haltung zum geplanten Steinkohlekraftwerk in Lubmin bestätigt.

Die Gefährdung der Wasserqualität des Boddens sei aus wasserrechtlicher Sicht das endgültige Aus für das Vorhaben in seiner jetzigen Ausgestaltung, sagte der Vorsitzende der SPD-Regionalgruppe, Hans Jürgen Höcker.

Er begrüße die Haltung des Sozialministeriums. Dieses geht davon aus, dass das Kraftwerk aufgrund einer verstärkten Vermehrung des krankmachenden Bakteriums Vibrio vulnificus nicht genehmigungsfähig ist und Deutschland sogar hohe Bußgelder der EU drohen würden.

CDU: Husarenstück von Sellering

In den Reihen der CDU wurde Kritik laut: “Die Stellungnahme ist ein Husarenstück von Sellering”, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow am Mittwoch. Er könne sich nicht vorstellen, dass der umfassende Bericht von der neuen Sozialministerin und deren Staatssekretär erarbeitet worden sei. Zudem sei fraglich, ob die Schlussfolgerungen, die das  Ministerium “in überspitzter Form” ziehe, zuträfen. Der frühere Betrieb des Kernkraftwerkes an gleicher Stelle habe nachgewiesen, dass es bei einem deutlich größeren Kühlwassereintrag nicht zu Belastungen des Greifswalder Boddens gekommen sei, sagte der Abgeordnete.

Kritiker: Kraftwerk entspricht nicht dem Stand der Technik

Unterdessen wurde die Anhörung zum Bau des umstrittenen Kraftwerks am Mittwoch fortgesetzt. Der Rechtsvertreter des Umweltverbandes BUND kritisierte, dass das Kraftwerk nicht dem Stand der Technik entspreche. Die geplante Durchlaufkühlung sei eine schwerwiegende Belastung für den Greifswalder Bodden, sagte Anwalt Peter Kremer vor rund 50 Zuhörern. Dong Energy wies die Kritik zurück. Die Einleitung von Kühlwasser in den Bodden sei die Variante, die die geringsten Auswirkungen auf die Umwelt haben werde, sagte der Rechtsanwalt des dänischen Energiekonzerns, Christoph Riese. Bereits am Dienstag war die Einleitung des Kühlwassers in den Greifswalder Bodden bei der Anhörung heftig diskutiert worden.

Quelle: www.NDR.de

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