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BUND stellt Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Kohlekraftwerk

Geschrieben am 13 März, 2010

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In Wilhelmshaven raucht schon ein Kohlekraftwerk als Klimakiller. Ein weiteres folgt in etwa eineinhalb Jahren.

Vorsätzliche Irreführung der Dattelner Bevölkerung

Als „vorsätzliche Irreführung der Dattelner Bevölkerung“ bezeichnete der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND] die Stellungnahme der Stadt Datteln zu vermeintlichen Behauptungen über das geplante Kohlekraftwerk. Diese sei in Teilen schlichtweg falsch. Der BUND hat deshalb bei Bürgermeister Werner eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die verantwortlichen Mitarbeiter gestellt und eine offizielle Richtigstellung gefordert.
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GdF Suez gibt auf!!!

Geschrieben am 3 Februar, 2010

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In Wilhelmshaven probt man den Supergau: Hier lässt man Electrabel fleissig weiterbauen und wartet sehnsüchtig auf die Einweihung einer Investitionsruine.

Das Energieunternehmen GdF Suez, vormals Electrabel, wird in Stade kein Kohlekraftwerk bauen.
GdF Suez hat in einem Brief an den Stader Bürgermeister bekannt gegeben, dass es seine Pläne für ein Kohlekraftwerk in Stade zurückzieht.

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Die Zeche Rüstersiel bedankt sich

Geschrieben am 23 Dezember, 2009

Die Zeche Rüstersiel bedankt sich persönlich beim größten Emittenten des Treibhausgases CO2, der die Wilhelmshavener und umzu zweimal im Jahr mit seiner Post, quasi von neben.an beglückt, ob man will oder nicht.

Soviel negative Fürsorge rund um den Klimaschutz ist Ausdruck einer beispiellosen “Greenwashingkampagne”, die die Energieriesen verbreiten, um “Dreckschleudern salonfähig zu machen.

Nur 3,9 - 4,2 Millionen Tonnen CO2, 60 Prozent Wirkungsgradverlust, jede Menge Schwermetalle und auch Radioaktiovität kommen da aus dem Schornstein und nebenbei schreddert man über den Kühlwasserkreislauf 420 Tonnen Fisch, und vieles mehr, Jahr für Jahr am Premierestandort für den Abschied vom Schwefel

Danke!

Den Film gibt es auch bei:
youtube
oder auf dem:
Bürgerportal Wilhelmshaven:

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Aus für Klimakiller an der Ostsee

Geschrieben am 12 Dezember, 2009

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Lubmin kann aufatmen - Wilhelmshaven wird noch einige Jahrhunderte brauchen!. [Foto: Homepage: www.kein-kohlekraftwerk-lubmin.de

WWF beglückwünscht dänischen Kraftwerksbetreiber DONG zu Ausstieg aus Kraftwerksprojekt in Lubmin

Greifswald, Berlin – Der halbstaatliche dänische Energiekonzern DONG hat seine Pläne für den Neubau eines Steinkohlekraftwerks am Greifswalder Bodden aufgegeben. Der WWF beglückwünscht das Unternehmen zu seiner längst überfälligen Entscheidung.
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Kohlekraftwerk in Dörpen steht vor dem Aus

Geschrieben am 10 Dezember, 2009

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Eon-Kohlekraftwwerk auf dem Rüstersieler Groden von Wilhelmshaven mit einem Wirkungsgrad von gerade einmal 40 Prozent. 60 Prozent werden verschwendet: 1. über den Kühlkreislauf und 2. über die warme Abluft und KraftWärmeKopplung war noch nie eine Option.

Das Kohlekraftwerk war in der Region heftig umstritten.
Weil der Investor abgesprungen ist, steht das umstrittene Kohlekraftwerksprojekt im emsländischen Dörpen vor dem Aus. Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW teilte am Mittwoch mit, wegen fehlender Möglichkeit zur Kraft-Wärme-Kopplung die Projektarbeiten nicht mehr fortsetzen zu wollen. Weil der am Ort ansässige Papierhersteller UPM Nordland bekannt gegeben hatte, keine Wärme von dem Kohlekraftwerk zu beziehen, sondern ein eigenes Gaskraftwerk bauen zu wollen, gebe es für ein Steinkohlekraftwerk in Dörpen keine Basis mehr.
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Führende Klimaforscher stellen: Kopenhagen-Diagnose

Geschrieben am 25 November, 2009

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Das Kohlekraftwerk Staudinger in Hessen, eine der größten “Dreckschleudern”, das sehr nahe an Wohngebieten liegt.

Der Klimawandel vollzieht sich schneller als erwartet. Die Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen ist dringend erforderlich, sagen Wissenschaftler. Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bislang angenommen. Das geht aus einem neuen globalen Synthesebericht hervor, den einige der führenden Klimawissenschaftler der Welt verfasst haben.
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Zusätzliche Quecksilber-Belastung als „Licht-aus-Kriterium“ für geplantes Kohlekraftwerk Staudinger

Geschrieben am 20 November, 2009

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Nicht nur über den Schornstein geht tonnenweise Quecksilber in die Umwelt, sondern auch über das Wasser.

Erörterungstermin von Block 6 des E.on-Kohlekraftwerks im hessischen Großkrotzenburg stellt Genehmigung grundsätzlich in Frage – Neue EU-Richtlinie zum Schutz von Gewässern und Fischen vor giftigem Quecksilber wird nicht eingehalten – Deutsche Umwelthilfe, BUND Hessen und Bund Naturschutz in Bayern verlangen Abbruch oder Aussetzung des Verfahrens und kündigen für den Fall der Genehmigung Klagen an
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60 Nobelpreisträger: Kopenhagen muss Wende zur Nachhaltigkeit bringen

Geschrieben am 10 November, 2009

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Zukunft und Vergangenheit liegen oft dicht nebeneinander so wie Dichtung und Wahrheit…

Rund sechzig Nobelpreisträger fordern die Regierungschefs der Welt auf, sich umgehend auf ein tragfähiges Klimaabkommen zu einigen. Ein solcher Vertrag müsse dem Ausmaß und der Dringlichkeit der sich bereits heute abzeichnenden sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen gerecht werden, heißt es in einem entsprechenden Memorandum.

Entschlossene politische Führung sei jetzt nötiger denn je. Zu den Unterzeichnern des Memorandums gehören unter anderem die Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, seine Hoheit der Dalai Lama und Mohammed el-Baradei, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, sowie die Literaturnobelpreisträger Doris Lessing, John Coetzee und Wole Soyinka.

Das Memorandum, das im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen eines Nobelpreisträgersymposiums unter der Schirmherrschaft des britischen Thronfolgers Prinz Charles entstand, richtet sich im Vorlauf des UN-Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen an politische Entscheidungsträger in aller Welt. Die Unterzeichner rufen Politik und Wissenschaft auf, gemeinsam mit Industrie und Zivilgesellschaft die historische Chance von Kopenhagen zu nutzen, die bisherige kohlenstoffintensive Wirtschaftsweise durch eine nachhaltige und gerechtere zu ersetzen.

Rund zwanzig Nobelpreisträger verschiedenster Disziplinen hatten sich im vergangenen Mai im St. James’s Palace in London mit einer Expertengruppe aus führenden Wissenschaftlern und hochrangigen Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik getroffen, um über die wirksamsten Strategien zur Bewältigung der Klima- und Nachhaltigkeitskrise zu beraten.

Zu den Teilnehmern gehörte auch der Energieminister der Vereinigten Staaten und Physik-Nobelpreisträger Steven Chu. Mittlerweile haben zahlreiche weitere Nobelpreisträger das Memorandum unterzeichnet, darunter auch deutsche Preisträger wie Harald zur Hausen oder Gerhard Ertl.

„Kaum eine andere Initiative zur Klima- und Nachhaltigkeitsproblematik dürfte über eine ähnliche intellektuelle Schlagkraft verfügen wie dieses Memorandum“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung [PIK]. Der weit verbreitete Glaube in Industrie- und Schwellenländern, ein ambitioniertes Klimaabkommen wäre ein Verlustgeschäft, sei nicht nur irrig, sondern drohe eine notwendige Einigung in Kopenhagen zu gefährden. „Es ist unerlässlich, dass in einer solch kritischen Situation unabhängige Größen der Wissenschaft ihre Stimme erheben“, so Schellnhuber.

Hideke Shirakawa, Nobelpreisträger für Chemie, hofft, dass das Memorandum den Sorgen der Menschen weltweit angemessen Ausdruck verleiht. Er glaube, dass sich nicht nur Wissenschaftler, sondern auch viele andere Menschen Sorgen um den Klimawandel machten. Der Großteil der Menschheit habe aber nicht die Möglichkeit, sich öffentlich Gehör zu verschaffen. „Ich hoffe, dass das St. James’s Palace Memorandum eine starke Stimme hat und hilft, die Weltgemeinschaft zu vereinen und zu bewegen“, sagt er.

Das Nobelpreisträgersymposium im St James’s Palace ist Teil einer interdisziplinären Symposiumsreihe zur Globalen Nachhaltigkeit, die im Oktober 2007 von Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, in Potsdam ins Leben gerufen wurde. Schirmherrin der damaligen Veranstaltung war Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das diesjährige Treffen wurde gemeinsam vom University of Cambridge Programme for Sustainability Leadership [CPSL] und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung veranstaltet. Das St. James’s Palace Memorandum knüpft an das Potsdam-Memorandum an, welches auf dem ersten Nobelpreisträgertreffen verabschiedet wurde, und stützt sich auf jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse der Forschung zum Klimawandel.

Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung [PIK]

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Frachter für Atommülltransport nach Grohnde angeblich ausgelaufen

Geschrieben am 5 November, 2009

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Atlantic Osprey

Das für den umstrittenen Transport plutoniumhaltiger Brennelemente aus Großbritannien zum niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln vorgesehene Schiff ist nach Angaben von Umweltschützern ausgelaufen. Die «Atlantic Osprey» habe in der Nacht zum Dienstag den britischen Hafen Workington in der Nähe der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield verlassen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Jugendumweltnetzwerks am Mittwoch.

Das früher als Fahrzeugfähre eingesetzte Schiff nehme Kurs auf den schwedischen Hafen Studsvik. Es könne sich dabei aber um eine Finte handeln, sagte der Sprecher. Das Netzwerk schließe nicht aus, dass die «Atlantic Osprey» Ende dieser Woche «in der deutschen Bucht auftaucht». Ob das Schiff die in Sellafield aufbereiteten Mischoxid-Brennstäbe an Bord hat, blieb zunächst unklar. Der Betreiber des AKW Grohnde, die E.ON Kernkraft GmbH, äußerte sich zur möglichen Abfahrt des Schiffes auf ddp-Anfrage nicht.

Ursprünglich sollten die Brennelemente von der «Atlantic Osprey» nach Cuxhaven gebracht und dort auf Lastwagen umgeladen werden. Der Cuxhavener Hafenbetreiber und später auch der Bremer Senat lehnten die Abwicklung des Transportes über ihre Hafenanlagen jedoch ab. Nach Angaben des Jugendumweltnetzwerks könnte der Umschlag nun über die Häfen Nordenham oder Emden erfolgen.

Anm. d. Red.:
Ob das Schiff Wilhelmshaven als möglichen Verladepunkt ansteuert ist nicht bekannt.
Verfolgen kann man das Schiff hier: www.shipais.com

Quelle: Contratom

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Arktis warm wie nie in 200.000 Jahren

Geschrieben am 22 Oktober, 2009

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In der Arktis auch bald ein Bild aus der Vergangenheit. [Bildquelle: Wikipedia]

Der bereits eingetretene Klimawandel ist beispiellos für die vergangenen 200 Jahrtausende. Darauf haben kanadische Forscher nach der Auswertung von Bohrkernen aus den Sedimentschichten eines Sees in der Arktis hingewiesen. “Die vergangenen Jahrzehnte sind ökologisch einmalig in 200.000 Jahren”, sagte Neal Michelutti, Öko-Paläontologe an der Queen’s University in Kingston [Ontario].

Die Arbeit des Wissenschaftlerteams - geleitet von Yarrow Axford [University of Colorado] - ist in den Proceedings of the National Academy of Science erschienen. Auf der abgelegenen Baffin-Insel untersuchten die Wissenschaftler Sedimentschichten, die sich im Lauf der Erdgeschichte am Boden eines heute knapp zehn Meter tiefen See abgelagert hatten.

Anhand der Überreste von Algen und Wasserinsekten rekonstruierten sie Klima- und Umweltbedingungen der Vergangenheit. So konnten sie die Daten für die vergangenen zwei Eis- und drei Warmzeiten mit denen von heute vergleichen.

“Das 20. Jahrhundert ist die einzige Periode während der vergangenen 200.000 Jahre, in denen aquatische Indikatoren eine zunehmende Erwärmung anzeigen”, erklärt Studienleiter Axford, “und das trotz Änderungen der Erdrotation, die eigentlich einen kühlenden Effekt haben müssten.”

So weit zurückreichende Datenreihen sind äußerst selten, weil die während vergangener Eiszeiten typischerweise die Eisschilde - riesigen Bulldozern gleich - frühere Ablagerungen zerstörten. Auf der Baffin-Insel jedoch sind die Sedimentschichten erhalten.

“Unsere Ergebnisse zeigen, dass der ‘menschliche Fußabdruck’ langandauernde natürliche Prozesse überlagert, sogar in entlegenen arktischen Regionen”, so der beteiligte Biologe John Smol. “Wir beeinflussen auf dramatische Weise die Ökosysteme, von denen wir abhängen.

Wir haben ein unkontrolliertes Experiment an unserem Planeten gestartet; die Situation ist viel schlimmer, als wir dachten, und das ist erst der Anfang.”

Hier eine Übersicht über die Meeresspiegelerhöhungen, wenn:
- die Westantarktis schmilzt: 5 - 6 Meter
- die Arktis schmilzt: 6 -7 Meter
- wenn alle Gletscher schmelzen: 0,3 Meter
- wenn die Antarktis schmilzt: 70 Meter
[Quelle: Spiegel TV]

Quelle: Wir Klimaretter

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Erneuerbare Energien treiben Strompreis nicht

Geschrieben am 19 Oktober, 2009

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Erneuerbare Energieen werden von der Atomlobby als zu hoch subventioniert in die Presse gebracht. Da sollte sich die Atomindustie endlich einmal selbst an die eigene Nase fassen!

Deutsche Umwelthilfe widerspricht Behauptung von höheren Belastungen für Verbraucher – Entlastende Effekte durch Zubau Erneuerbarer Energien werden systematisch ignoriert – Wirtschaftskrise erzeugt Scheineffekt durch insgesamt an der Börse gesunkene Strompreise

Berlin - Der aufgrund der Regelungen des Erneuerbare Energien Gesetzes [EEG] wachsende Anteil von Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie führt auch in Zukunft nicht zu unkalkulierbaren Mehrkosten für private Haushalte und Industrie. Wer die von den Netzbetreibern am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Prognose der EEG-Umlage für 2010 zum Anlass für eine neue Strompreisdiskussion gegen die Erneuerbaren Energien nutze, führe die Öffentlichkeit bewusst oder unbewusst in die Irre, erklärte die Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH] in Berlin.

Den steigenden Kosten für die EEG-Umlage stünden in Wirklichkeit Entlastungseffekte in vergleichbarer Größenordnung gegenüber. „Wer die steigenden Belastungen beklagt und die Entlastungen verschweigt, sagt nur die halbe Wahrheit“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake.

Die rechnerische Steigerung der EEG-Umlage auf rund 2 Cent pro Kilowattstunde [Cent/kWh] Strom setze sich aus mehreren Faktoren zusammen. Zwar wachsen die Vergütungen insgesamt wegen der erwünschten starken Zunahme von Strom aus Erneuerbaren Energien.

Die prognostizierte erhebliche Steigerung der Umlage für 2010 [gegenüber 2008 und gegenüber den Erwartungen für 2009] ist aber zuallererst eine Folge des in der Wirtschaftskrise generell gesunkenen Börsenpreises von Strom. Damit wird auch dem EEG-Strom ein geringerer Wert zugemessen, mithin steigt die Differenz zwischen den gesetzlich festgelegten Vergütungszahlungen und den Vermarktungserlösen an der Börse. Hinzu kommt, dass die EEG-Umlage auf den in der Krise geringeren Stromabsatz aufgeteilt werden muss.

Schließlich wird wegen des kürzlich veränderten Ausgleichsmechanismus dem Strom aus Erneuerbaren Energien insgesamt ein um 400 Millionen Euro geringerer Marktwert zugerechnet, was die rechnerische Umlage ebenfalls entsprechend erhöht.

Baake beklagte, dass in der öffentlichen Debatte zum wiederholten Mal „volkswirtschaftlich oder direkt beim Stromkunden Kosten senkende Effekte des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Milliardenhöhe unterschlagen werden“. So führe der wachsende Anteil Erneuerbarer Energien an der Strombörse insgesamt zu einer Senkung der Preise, weil die am teuersten produzierenden konventionellen Kraftwerke nicht mehr oder seltener hochgefahren werden müssen.

Dieser so genannte „Merit-Order-Effekt“ belief sich nach wissenschaftlichen Untersuchungen 2006 auf etwa drei bis fünf Milliarden Euro, für 2007 und 2008 ergäben Schätzungen einen Preissenkungseffekt von drei bis etwas mehr als vier Milliarden Euro. Das allein entspricht etwa der Hälfte der für 2010 errechneten Mehrkosten durch Erneuerbare Energien von 8,2 Milliarden Euro. Auf 1,2 Milliarden Euro werde sich 2010 der Wert der durch Strom aus Erneuerbaren Energien eingesparten CO2-Zertifikate summieren.

Steigen die derzeit sehr niedrigen Preise für die Verschmutzungsrechte, erhöhe sich dieser Entlastungseffekt entsprechend. Hinzu kämen heute für das Jahr 2010 noch nicht abschätzbare Nettoersparnisse, weil wegen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien weniger Energierohstoffe nach Deutschland importiert werden müssen. Für das Jahr 2008 wurden die Importersparnisse im Stromsektor auf 2,7 Milliarden geschätzt.

Der mit Abstand größte Nutzen des Einsatzes von Erneuerbaren Energien ergebe sich jedoch aus den wegen der CO2-Einsparung vermiedenen Schäden durch den Klimawandel. Diese liegen nach wissenschaftlichen Abschätzungen mit 70 Euro pro Tonne CO2 fünfmal höher als die Preise, die derzeit für CO2-Emissionszertifikate bezahlt werden müssen.

Diese so genannten vermiedenen externen Kosten steigen im Jahr 2010 voraussichtlich auf rund sechs Milliarden Euro, wobei die Schäden durch andere Schadstoffe der konventionellen Stromerzeugung wie Schwermetalle, Stickoxide oder Feinstaub noch nicht berücksichtigt seien.

„Bei einer ehrlichen Rechnung, die die Entlastungseffekte einbezieht, kommen wir eher auf eine dämpfende Wirkung der Erneuerbaren Energien als eine den Preis treibende“, sagte Baake.

Die Leiterin Klimaschutz und Energiewende der DUH, Cornelia Ziehm, forderte die Stromversorger auf, „die Mär von der Kostenexplosion durch Erneuerbare Energien nicht noch einmal aufzutischen“. Nachweislich seien es nicht die Erneuerbaren gewesen, die für die Preissteigerungen der vergangenen Jahre verantwortlich gewesen seien.

„Bevor die Stromversorger nun eine neue Preisrunde einläuten und die Erneuerbaren Energien dafür verantwortlich machen, sollten sie erst einmal die in der Wirtschaftskrise gesunkenen Börsenpreise angemessen an ihre Kunden weitergeben“, forderte Ziehm. Sie wies darauf hin, dass die EEG-Umlage nach allen Prognosen nur noch wenige Jahre ansteige, weil insbesondere im Bereich der Fotovoltaik, große Kostensenkungen zu erwarten seien, während Strom aus fossilen Brennstoffen tendenziell teurer werde.

Darüber hinaus verfolge das EEG neben klima- und energiepolitischen, auch industrie- und arbeitsmarktpolitische Ziele. Ziehm wies auch darauf hin, dass gerade die stromintensive Industrie in Deutschland seit Jahren vom EEG profitiere. Ihr Anteil an der Umlage sei auf symbolische 0,05 Cent/kWh begrenzt, während sie gleichzeitig vom Strompreis senkenden Merit-Order-Effekt profitiere.

Ziehm: „Was wir derzeit erleben, ist ein neuer Auftakt im Kampf der traditionellen Energiewirtschaft mit ihren Atom- und Kohlekraftwerken gegen den Ausbau der Erneuerbaren, die ihnen jedes Jahr ein Prozent Marktanteil abnehmen. Er ist die Begleitmusik zu den Plänen der zukünftigen Bundesregierung zum Ausstieg aus dem Atomausstieg.“

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Dong: Aus für Kohlekraftwerk Emden

Geschrieben am 12 Oktober, 2009

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Bevor man in Wilhelmshaven den Ernst der Lage bezogen auf den Klimawandel begreift, gewöhnt man die Bürger in der kreisfreien Kommune Wilhelmshaven eher an den Anblick von noch mehr Dreckschleudern.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy erteilt der Kohleverstromung eine Absage: In Dänemark sind neue Kohlekraftwerke für das Unternehmen mangels zusätzlichen Bedarfs ohnehin kein Thema. Auch jenseits der eigenen Grenzen will Dong nun jedoch offenbar keine weiteren Kohlekraftwerke bauen - damit sind das Kraftwerksprojekt im niedersächsischen Emden sowie eines im schottischen Hunterston vom Tisch. Eine Ausnahme ist lediglich das neue Kohlekraftwerk Lubmin bei Greifswald - es wird vorerst weiterverfolgt.

Bislang schien das Motto des teilweise staatlichen Konzerns eher “überall, nur nicht Zuhause”. Während Dong in Dänemark stark in Kraft-Wärme-Kopplung, Bio- und Windenergie ist, waren in Emden in Niedersachsen und im mecklenburg-vorpommerschen Lubmin Kohlekraftwerke mit einer Leistung von jeweils 1.600 Megawatt geplant. Auch Schottland und England wollte der Konzern neue Kohleblöcke bescheren.

Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen hatten dem Konzern vorgeworfen, die geplanten Kohlekraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung [KWK] wären in Dänemark nicht genehmigungsfähig. Tatsächlich liegt das Land nicht nur mit einem Anteil von 20 Prozent Windenergie im Europavergleich ganz vorn, sondern auch mit einem KWK-Anteil von mehr als 60 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anteil hier bei gerade einmal 8 Prozent.

Dong ist zu 73 Prozent in Staatsbesitz und Dänemark das Gastgeberland der entscheidenden Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen:
Für seine Kohlepolitik im Ausland war der Konzern deshalb bereits wiederholt in die Kritik geraten.

Jetzt wird offenbar umgedacht in Dongs Chefetagen:
Bis 2040 sollen die Kohlendioxid-Emissionen pro produzierter Kilowattstunde deutlich gesenkt werden, sagt am Montag Dong-Chef Anders Eltrup in der dänischen Presse.

Das Unternehmen werde sich hauptsächtich auf Windenergie, Biomasse und Biogas konzentrieren. „Wenn wir langfristig noch weiter auf Kohle setzen, dann nur mit CCS“, sagt Eldrup. Die Eignung der Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid [Carbon Capture and Storage] im großindustriellen Einsatz wird derzeit jedoch noch erforscht.

Derzeit produziert Dong 85 Prozent seiner Energie aus fossilen Brennstoffen und nur 15 Prozent aus Erneuerbaren. Dieses Verhältnis soll komplett umgekehrt werden: Künftig will der Konzern 85 Prozent seiner Energie “CO2-frei” gewinnen. Neue Kohleblöcke passen in dieses Konzept offenbar nicht: Drei der vier geplanten Kohlekraftwerken im Ausland werden deshalb nicht realisiert, so Eldrup.

In England will der Konzern statt auf Kohle auf Biogas oder Biomasse setzen. Die Kohlekraftwerksprojekte im schottischen Hunterston und niedersächsischen Emden werden dagegen ganz gekippt.

„Dass Dong sich von seinen Kohle-Plänen in Emden zurück zieht zeigt einmal mehr, dass neue Kohlekraftwerke eine veraltete, heute nicht mehr wirtschaftlich zu betreibende Technologie zur Stromerzeugung sind“, sagt Kohle-Expertin Daniela Setton von der Klima-Allianz. Der Konzern, der auch offizieller Partner der UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist, müsse jetzt klimapolitisch so konsequent sein und seine Kohlekraftwerkspläne auch in Mecklenburg-Vorpommern fallen lassen.

Danach sieht es jedoch nicht aus. Für den umstrittenen Standort Lubmin hält sich Dong weiter alle Türen offen: Seit 2007 laufen bereits die Genehmigungsverfahren.

Die Entscheidungen der Behörden will der Konzern erst abwarten. Ob das Kohlekraftwerk in Lubmin gebaut wird oder nicht, hänge dann von den erteilten Auflagen ab, so Eldrup.

Quelle: Wir-Klimaretter

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Versorgungssicherheit: Stromlücke entpuppt sich als Stromlüge

Geschrieben am 10 Oktober, 2009

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Nach  Stephan Kohler, der zwischenzeitlich direkt von der Deutschen Energie-Agentur [DENA] bei RWE anheuern wollte, will uns nun die neue Regierung die Stromlückenlüge ein weiteres Mal unterjubeln.

Neue Studienergebnisse: Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Reaktorlaufzeiten noch zusätzliche Kohlemeiler – Unflexible Großkraftwerke auf Basis von Kohle und Uran bedrohen im Gegenteil den Ausbau der Erneuerbaren Energien – DUH-Bundesgeschäftsführer Baake: „Negativpreis-Rekord an der Strombörse ist Wetterleuchten für heraufziehenden Systemkonflikt“ – keine größere Abhängigkeit von Erdgasimporten

Berlin - Deutschland braucht für eine jederzeit und an jedem Ort sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke. Vielmehr können aus Altersgründen oder wegen des gesetzlich festgelegten Atomausstiegs stillgelegte Großkraftwerke bis 2020 durch den – von allen Bundestags-Parteien gewünschten – Ausbau der Erneuerbaren Energien und neue flexible Gaskraftwerke ersetzt werden.

Das geht aus dem aktuellen Zwischenbericht einer vom Bundesumweltministerium geförderten Energiestudie des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor [1]. Die Untersuchung bestätigt im Grundsatz Ergebnisse ähnlicher Studien aus der jüngsten Vergangenheit [2],[3].

„Das neue Gutachten entlarvt das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die der Atomenergie von Politikern aus Union und FDP zugeschriebene „Brückenfunktion“ sei durch das 2002 im Deutschen Bundestag verabschiedete Atomausstiegsgesetz abschließend geregelt: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahre – alles, was danach kommen soll, sind Geschenke willfähriger Politiker an die marktbeherrschenden Energiekonzerne im Lande“, sagte Baake.

Verdienst des neuen Gutachtens sei es, dies noch einmal mit Hilfe plausibler Modellrechnungen ermittelt zu haben.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und der Neubau weiterer Kohlekraftwerke wären allerdings „nicht nur unnötig, sondern für eine zukunftsfeste, klimaschonende Stromzukunft kontraproduktiv.“

Der DUH-Bundesgeschäftsführer erklärte, dass das Festhalten an unflexiblen Großkraftwerken auf Basis von Kohle oder Atomkraft den von der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünschten Ausbau der Erneuerbaren Energien zunehmend erschwere. Der Grund: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen. Für eine Übergangszeit seien dazu mehr flexible Gaskraftwerke notwendig, später könnten Stromspeicher und ein internationaler Stromverbund für den notwendigen Ausgleich sorgen.

Der heraufziehende Systemkonflikt zwischen den Erneuerbaren Energien und den Technologien des vergangenen Jahrhunderts zeige sich schon jetzt immer häufiger an der Strombörse EEX in Leipzig.

Seit dem September 2008, als am dortigen Spotmarkt erstmals negative Strompreise zugelassen wurden, lag der Handelspreis 130 Stunden lang bei Null oder darunter. Tendenz steigend: Am vergangenen Sonntag [4. Oktober] notierte erstmals der Durchschnittspreis für die an diesem Tag insgesamt am Spotmarkt gehandelte Strommenge negativ, nämlich bei minus 11,59 Euro pro Megawattstunde [entspricht 11,59 Ct/kWh].

Acht Stunden hintereinander lag der Strompreis bei oder unter Null Euro und erreichte zwischen zwei und drei Uhr in der Nacht ein Allzeittief von minus 500,02 Euro pro Megawattstunde.

Das bedeutet, dass die Stromkonzerne, die ihre unflexiblen Großkraftwerke auch dann weiterlaufen lassen, wenn die Erneuerbaren den Großteil des Strombedarfs decken, immer tiefer in die Tasche greifen müssen, damit ihnen irgendjemand innerhalb oder außerhalb Deutschlands den Überschussstrom abnimmt.

„Am vergangenen Wochenende haben wir das Wetterleuchten eines Systemkonflikts erlebt, der sehr bald alltäglich wird, wenn nicht parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien nacheinander Atomkraftwerke und später Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden“, erklärte Baake.

Im Basisszenario der Untersuchung des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen wird am Atomausstieg festgehalten, zusätzliche Kohlekraftwerke über bereits genehmigte und im Bau befindliche hinaus werden nicht mehr errichtet. Lücken in der bis 2020 auf gut 35 Prozent ansteigenden Strombereitstellung aus Wind, Sonne und Co. werden zunehmend aus Erdgaskraftwerken gedeckt.

„Wer daraus auf einen massiven Anstieg der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Erdgas schließt, unterliegt einem Kurzschluss“, erklärte der Leiter Politik und Presse der DUH, Gerd Rosenkranz.

Zum Einen müsse zwar übergangsweise mehr Gaskraft-Kapazität errichtet werden. Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren Energien müssten die aber immer weniger Stunden im Jahr hochgefahren werden. Zum Anderen würden derzeit nur etwa 11 Prozent des in Deutschland insgesamt eingesetzten Erdgases in der Stromerzeugung verbrannt. Der Löwenanteil gehe in die Wärmebereitstellung und dort werden wegen immer besserer Wärmedämmung Jahr für Jahr erhebliche Einsparungen erzielt.

Perspektivisch könnten auch die kürzlich vorgestellten „Zuhausekraftwerke“ des Ökostromhändlers Lichtblick auf Basis von gasbetriebenen VW-Motoren zu einem effizienteren Erdgaseinsatz beitragen. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme für Raumheizung und Warmwasser.

Insgesamt werde der Erdgasbedarf für eine Übergangszeit nur moderat oder gar nicht ansteigen, erläuterte Rosenkranz.

Das Hauptrisiko für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromerzeugung entstehe dann, wenn verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke den Systemkonflikt zwischen neuen und alten Energietechnologien anheizen.

„Die Parole vom ´gesunden Strommix´ aus Uran, Kohle und Erneuerbaren ist genauso verlogen, wie es die von den Erneuerbaren als Nischentechnologie war“, sagte Rosenkranz. „Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder“.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Riesenerfolg: Kohlekraftwerk Kingsnorth vor dem Aus

Geschrieben am 8 Oktober, 2009

Was für ein Tag für den Umweltschutz! Kingsnorth - das britische Symbol für Klimazerstörung, Schauplatz großangelegter Greenpeace-Aktionen - wankt. In Kingsnorth sollte das erste neue Kohlekraftwerk Großbritanniens seit 30 Jahren entstehen. Jetzt macht der deutsche Energieriese E.ON einen Rückzieher: Der Neubau werde verschoben.

John Sauven, der britische Greenpeace-Chef, bezeichnete die neue Enwicklung als “extrem gute Nachricht für das Klima”. Die Chancen für den Neubau seien dadurch signifikant gesunken. “Der Kohle schwimmen die Felle weg. Sogar E.ON gibt zu, dass Neubauten sich derzeit nicht rechnen.” Der Konzern hatte bekanntgegeben, dass durch die Wirtschaftskrise der Strombedarf gesunken sei. Bis etwa 2016 würden keine neuen Kraftwerke gebraucht.

Am Kraftwerksstandort Kingsnorth in Kent waren zwei neue Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 1.600 Megawatt geplant. CO2-Ausstoß nach Fertigstellung: gut acht Millionen Tonnen - Jahr für Jahr. Das Projekt hat nicht nur innerhalb Großbritanniens zu heftigen Kontroversen geführt. Auch von weltweit angesehenen Klimawissenschaftlern wie Professor James Hansen, Direktor des Goddard-Instituts der NASA, bekam die Regierung Gegenwind.

Greenpeace protestierte im Oktober 2007 mit einer spektakulären Aktion gegen das Projekt. Sechs der Aktivisten erstiegen einen rund 200 Meter hohen Schornstein und hinterließen dort eine Protestinschrift für Premier Gordon Brown - zwar unvollendet, aber deutlich genug und weithin lesbar. Der Kraftwerksbetreiber zeigte sie wegen Sachbeschädigung an.

Rund ein Jahr später entschied das Gericht auf Freispruch für die Kingsnorth Six - ein Urteil, das so spektakulär war wie der Protest selber. Das Gericht befand, die Aktion sei gerechtfertigt gewesen. Sie habe einem höheren Gut gedient.

Zur vollständigen Version des Films (ca. 20 Minuten).

Quelle: Greenpeace

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Nach Baustopp-Entscheidung des OVG steht Kohlekraftwerk Datteln vor dem Ende

Geschrieben am 27 September, 2009

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Während in Datteln der Realismus angekommen ist, kann man beinahe täglich miterleben, wie die neuen Kraftwerke in Wilhelmshaven wider jeglicher verantwortungsvoller Vernunft weitergebaut werden.

Deutsche Umwelthilfe begrüßt Beschluss des OVG Münster zur Ausweitung des Baustopps am Kohlekraftwerk Datteln – Peinliche Niederlage für Minister Eckhard Uhlenberg [CDU], der Bauarbeiten weiter zulassen wollte, obwohl genehmigungsrechtliche Grundlage fehlt

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH] hat den heutigen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts [OVG] für das Land Nordrhein-Westfalen begrüßt, den Baustopp am Kraftwerksstandort Datteln auf weitere Arbeiten auszuweiten.

„Es ist eine Schande, dass der verantwortliche Minister Uhlenberg, diesen Baustopp nicht längst angeordnet hat, sondern im Gegenteil die Arbeiten weiter zulassen wollte, obwohl das OVG mit der Aufhebung des Bebauungsplans dem Projekt am 3. September die genehmigungsrechtliche Grundlage entzogen hat“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. „Uhlenberg ist offensichtlich völlig überfordert, wenn es darum geht, die Rechte von Bürgern und Umweltverbänden im Genehmigungsverfahren zu wahren.“

Das OVG hatte heute im Eilverfahren beschlossen, dass Klagen eines von der DUH unterstützten Waltroper Landwirts und des BUND NRW gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung aufschiebende Wirkung haben.

Baake forderte die Landesregierung auf, nun auch den Sofortvollzug für den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid aufzuheben. Der Vorbescheid sei beklagt und auch hier gelte, was das OVG zu den Klagen gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung festgestellt habe: sie sind „nicht offensichtlich unzulässig, so dass ihnen eine aufschiebende Wirkung zukommt“.

Die DUH forderte den E.ON-Konzern auf, am Bauplatz auch aus eigenem Interesse keine weiteren Fakten zu schaffen. „Aus diesem Schwarzbau wird nie ein legales Kraftwerk“, erklärte Baake. Wenn E.ON angesichts der nun eingetretenen Situation „die Betonmischer weiterlaufen lässt, kommt das einem Affront gegen den Rechtstaat gleich.“

Die Zeiten, zu denen die großen Energiekonzerne in Deutschland ihre Interessen auch gegen Umwelt, Klima und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen konnten, gingen zu Ende.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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