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Dong: Aus für Kohlekraftwerk Emden

Geschrieben am 12 Oktober, 2009

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Bevor man in Wilhelmshaven den Ernst der Lage bezogen auf den Klimawandel begreift, gewöhnt man die Bürger in der kreisfreien Kommune Wilhelmshaven eher an den Anblick von noch mehr Dreckschleudern.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy erteilt der Kohleverstromung eine Absage: In Dänemark sind neue Kohlekraftwerke für das Unternehmen mangels zusätzlichen Bedarfs ohnehin kein Thema. Auch jenseits der eigenen Grenzen will Dong nun jedoch offenbar keine weiteren Kohlekraftwerke bauen - damit sind das Kraftwerksprojekt im niedersächsischen Emden sowie eines im schottischen Hunterston vom Tisch. Eine Ausnahme ist lediglich das neue Kohlekraftwerk Lubmin bei Greifswald - es wird vorerst weiterverfolgt.

Bislang schien das Motto des teilweise staatlichen Konzerns eher “überall, nur nicht Zuhause”. Während Dong in Dänemark stark in Kraft-Wärme-Kopplung, Bio- und Windenergie ist, waren in Emden in Niedersachsen und im mecklenburg-vorpommerschen Lubmin Kohlekraftwerke mit einer Leistung von jeweils 1.600 Megawatt geplant. Auch Schottland und England wollte der Konzern neue Kohleblöcke bescheren.

Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen hatten dem Konzern vorgeworfen, die geplanten Kohlekraftwerke ohne Kraft-Wärme-Kopplung [KWK] wären in Dänemark nicht genehmigungsfähig. Tatsächlich liegt das Land nicht nur mit einem Anteil von 20 Prozent Windenergie im Europavergleich ganz vorn, sondern auch mit einem KWK-Anteil von mehr als 60 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Anteil hier bei gerade einmal 8 Prozent.

Dong ist zu 73 Prozent in Staatsbesitz und Dänemark das Gastgeberland der entscheidenden Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen:
Für seine Kohlepolitik im Ausland war der Konzern deshalb bereits wiederholt in die Kritik geraten.

Jetzt wird offenbar umgedacht in Dongs Chefetagen:
Bis 2040 sollen die Kohlendioxid-Emissionen pro produzierter Kilowattstunde deutlich gesenkt werden, sagt am Montag Dong-Chef Anders Eltrup in der dänischen Presse.

Das Unternehmen werde sich hauptsächtich auf Windenergie, Biomasse und Biogas konzentrieren. „Wenn wir langfristig noch weiter auf Kohle setzen, dann nur mit CCS“, sagt Eldrup. Die Eignung der Technologie zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid [Carbon Capture and Storage] im großindustriellen Einsatz wird derzeit jedoch noch erforscht.

Derzeit produziert Dong 85 Prozent seiner Energie aus fossilen Brennstoffen und nur 15 Prozent aus Erneuerbaren. Dieses Verhältnis soll komplett umgekehrt werden: Künftig will der Konzern 85 Prozent seiner Energie “CO2-frei” gewinnen. Neue Kohleblöcke passen in dieses Konzept offenbar nicht: Drei der vier geplanten Kohlekraftwerken im Ausland werden deshalb nicht realisiert, so Eldrup.

In England will der Konzern statt auf Kohle auf Biogas oder Biomasse setzen. Die Kohlekraftwerksprojekte im schottischen Hunterston und niedersächsischen Emden werden dagegen ganz gekippt.

„Dass Dong sich von seinen Kohle-Plänen in Emden zurück zieht zeigt einmal mehr, dass neue Kohlekraftwerke eine veraltete, heute nicht mehr wirtschaftlich zu betreibende Technologie zur Stromerzeugung sind“, sagt Kohle-Expertin Daniela Setton von der Klima-Allianz. Der Konzern, der auch offizieller Partner der UN-Klimaverhandlungen in Kopenhagen ist, müsse jetzt klimapolitisch so konsequent sein und seine Kohlekraftwerkspläne auch in Mecklenburg-Vorpommern fallen lassen.

Danach sieht es jedoch nicht aus. Für den umstrittenen Standort Lubmin hält sich Dong weiter alle Türen offen: Seit 2007 laufen bereits die Genehmigungsverfahren.

Die Entscheidungen der Behörden will der Konzern erst abwarten. Ob das Kohlekraftwerk in Lubmin gebaut wird oder nicht, hänge dann von den erteilten Auflagen ab, so Eldrup.

Quelle: Wir-Klimaretter

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Versorgungssicherheit: Stromlücke entpuppt sich als Stromlüge

Geschrieben am 10 Oktober, 2009

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Nach  Stephan Kohler, der zwischenzeitlich direkt von der Deutschen Energie-Agentur [DENA] bei RWE anheuern wollte, will uns nun die neue Regierung die Stromlückenlüge ein weiteres Mal unterjubeln.

Neue Studienergebnisse: Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Reaktorlaufzeiten noch zusätzliche Kohlemeiler – Unflexible Großkraftwerke auf Basis von Kohle und Uran bedrohen im Gegenteil den Ausbau der Erneuerbaren Energien – DUH-Bundesgeschäftsführer Baake: „Negativpreis-Rekord an der Strombörse ist Wetterleuchten für heraufziehenden Systemkonflikt“ – keine größere Abhängigkeit von Erdgasimporten

Berlin - Deutschland braucht für eine jederzeit und an jedem Ort sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke. Vielmehr können aus Altersgründen oder wegen des gesetzlich festgelegten Atomausstiegs stillgelegte Großkraftwerke bis 2020 durch den – von allen Bundestags-Parteien gewünschten – Ausbau der Erneuerbaren Energien und neue flexible Gaskraftwerke ersetzt werden.

Das geht aus dem aktuellen Zwischenbericht einer vom Bundesumweltministerium geförderten Energiestudie des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor [1]. Die Untersuchung bestätigt im Grundsatz Ergebnisse ähnlicher Studien aus der jüngsten Vergangenheit [2],[3].

„Das neue Gutachten entlarvt das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die der Atomenergie von Politikern aus Union und FDP zugeschriebene „Brückenfunktion“ sei durch das 2002 im Deutschen Bundestag verabschiedete Atomausstiegsgesetz abschließend geregelt: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahre – alles, was danach kommen soll, sind Geschenke willfähriger Politiker an die marktbeherrschenden Energiekonzerne im Lande“, sagte Baake.

Verdienst des neuen Gutachtens sei es, dies noch einmal mit Hilfe plausibler Modellrechnungen ermittelt zu haben.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und der Neubau weiterer Kohlekraftwerke wären allerdings „nicht nur unnötig, sondern für eine zukunftsfeste, klimaschonende Stromzukunft kontraproduktiv.“

Der DUH-Bundesgeschäftsführer erklärte, dass das Festhalten an unflexiblen Großkraftwerken auf Basis von Kohle oder Atomkraft den von der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünschten Ausbau der Erneuerbaren Energien zunehmend erschwere. Der Grund: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen. Für eine Übergangszeit seien dazu mehr flexible Gaskraftwerke notwendig, später könnten Stromspeicher und ein internationaler Stromverbund für den notwendigen Ausgleich sorgen.

Der heraufziehende Systemkonflikt zwischen den Erneuerbaren Energien und den Technologien des vergangenen Jahrhunderts zeige sich schon jetzt immer häufiger an der Strombörse EEX in Leipzig.

Seit dem September 2008, als am dortigen Spotmarkt erstmals negative Strompreise zugelassen wurden, lag der Handelspreis 130 Stunden lang bei Null oder darunter. Tendenz steigend: Am vergangenen Sonntag [4. Oktober] notierte erstmals der Durchschnittspreis für die an diesem Tag insgesamt am Spotmarkt gehandelte Strommenge negativ, nämlich bei minus 11,59 Euro pro Megawattstunde [entspricht 11,59 Ct/kWh].

Acht Stunden hintereinander lag der Strompreis bei oder unter Null Euro und erreichte zwischen zwei und drei Uhr in der Nacht ein Allzeittief von minus 500,02 Euro pro Megawattstunde.

Das bedeutet, dass die Stromkonzerne, die ihre unflexiblen Großkraftwerke auch dann weiterlaufen lassen, wenn die Erneuerbaren den Großteil des Strombedarfs decken, immer tiefer in die Tasche greifen müssen, damit ihnen irgendjemand innerhalb oder außerhalb Deutschlands den Überschussstrom abnimmt.

„Am vergangenen Wochenende haben wir das Wetterleuchten eines Systemkonflikts erlebt, der sehr bald alltäglich wird, wenn nicht parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien nacheinander Atomkraftwerke und später Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden“, erklärte Baake.

Im Basisszenario der Untersuchung des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen wird am Atomausstieg festgehalten, zusätzliche Kohlekraftwerke über bereits genehmigte und im Bau befindliche hinaus werden nicht mehr errichtet. Lücken in der bis 2020 auf gut 35 Prozent ansteigenden Strombereitstellung aus Wind, Sonne und Co. werden zunehmend aus Erdgaskraftwerken gedeckt.

„Wer daraus auf einen massiven Anstieg der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Erdgas schließt, unterliegt einem Kurzschluss“, erklärte der Leiter Politik und Presse der DUH, Gerd Rosenkranz.

Zum Einen müsse zwar übergangsweise mehr Gaskraft-Kapazität errichtet werden. Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren Energien müssten die aber immer weniger Stunden im Jahr hochgefahren werden. Zum Anderen würden derzeit nur etwa 11 Prozent des in Deutschland insgesamt eingesetzten Erdgases in der Stromerzeugung verbrannt. Der Löwenanteil gehe in die Wärmebereitstellung und dort werden wegen immer besserer Wärmedämmung Jahr für Jahr erhebliche Einsparungen erzielt.

Perspektivisch könnten auch die kürzlich vorgestellten „Zuhausekraftwerke“ des Ökostromhändlers Lichtblick auf Basis von gasbetriebenen VW-Motoren zu einem effizienteren Erdgaseinsatz beitragen. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme für Raumheizung und Warmwasser.

Insgesamt werde der Erdgasbedarf für eine Übergangszeit nur moderat oder gar nicht ansteigen, erläuterte Rosenkranz.

Das Hauptrisiko für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromerzeugung entstehe dann, wenn verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke den Systemkonflikt zwischen neuen und alten Energietechnologien anheizen.

„Die Parole vom ´gesunden Strommix´ aus Uran, Kohle und Erneuerbaren ist genauso verlogen, wie es die von den Erneuerbaren als Nischentechnologie war“, sagte Rosenkranz. „Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder“.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Riesenerfolg: Kohlekraftwerk Kingsnorth vor dem Aus

Geschrieben am 8 Oktober, 2009

Was für ein Tag für den Umweltschutz! Kingsnorth - das britische Symbol für Klimazerstörung, Schauplatz großangelegter Greenpeace-Aktionen - wankt. In Kingsnorth sollte das erste neue Kohlekraftwerk Großbritanniens seit 30 Jahren entstehen. Jetzt macht der deutsche Energieriese E.ON einen Rückzieher: Der Neubau werde verschoben.

John Sauven, der britische Greenpeace-Chef, bezeichnete die neue Enwicklung als “extrem gute Nachricht für das Klima”. Die Chancen für den Neubau seien dadurch signifikant gesunken. “Der Kohle schwimmen die Felle weg. Sogar E.ON gibt zu, dass Neubauten sich derzeit nicht rechnen.” Der Konzern hatte bekanntgegeben, dass durch die Wirtschaftskrise der Strombedarf gesunken sei. Bis etwa 2016 würden keine neuen Kraftwerke gebraucht.

Am Kraftwerksstandort Kingsnorth in Kent waren zwei neue Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 1.600 Megawatt geplant. CO2-Ausstoß nach Fertigstellung: gut acht Millionen Tonnen - Jahr für Jahr. Das Projekt hat nicht nur innerhalb Großbritanniens zu heftigen Kontroversen geführt. Auch von weltweit angesehenen Klimawissenschaftlern wie Professor James Hansen, Direktor des Goddard-Instituts der NASA, bekam die Regierung Gegenwind.

Greenpeace protestierte im Oktober 2007 mit einer spektakulären Aktion gegen das Projekt. Sechs der Aktivisten erstiegen einen rund 200 Meter hohen Schornstein und hinterließen dort eine Protestinschrift für Premier Gordon Brown - zwar unvollendet, aber deutlich genug und weithin lesbar. Der Kraftwerksbetreiber zeigte sie wegen Sachbeschädigung an.

Rund ein Jahr später entschied das Gericht auf Freispruch für die Kingsnorth Six - ein Urteil, das so spektakulär war wie der Protest selber. Das Gericht befand, die Aktion sei gerechtfertigt gewesen. Sie habe einem höheren Gut gedient.

Zur vollständigen Version des Films (ca. 20 Minuten).

Quelle: Greenpeace

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Nach Baustopp-Entscheidung des OVG steht Kohlekraftwerk Datteln vor dem Ende

Geschrieben am 27 September, 2009

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Während in Datteln der Realismus angekommen ist, kann man beinahe täglich miterleben, wie die neuen Kraftwerke in Wilhelmshaven wider jeglicher verantwortungsvoller Vernunft weitergebaut werden.

Deutsche Umwelthilfe begrüßt Beschluss des OVG Münster zur Ausweitung des Baustopps am Kohlekraftwerk Datteln – Peinliche Niederlage für Minister Eckhard Uhlenberg [CDU], der Bauarbeiten weiter zulassen wollte, obwohl genehmigungsrechtliche Grundlage fehlt

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH] hat den heutigen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts [OVG] für das Land Nordrhein-Westfalen begrüßt, den Baustopp am Kraftwerksstandort Datteln auf weitere Arbeiten auszuweiten.

„Es ist eine Schande, dass der verantwortliche Minister Uhlenberg, diesen Baustopp nicht längst angeordnet hat, sondern im Gegenteil die Arbeiten weiter zulassen wollte, obwohl das OVG mit der Aufhebung des Bebauungsplans dem Projekt am 3. September die genehmigungsrechtliche Grundlage entzogen hat“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. „Uhlenberg ist offensichtlich völlig überfordert, wenn es darum geht, die Rechte von Bürgern und Umweltverbänden im Genehmigungsverfahren zu wahren.“

Das OVG hatte heute im Eilverfahren beschlossen, dass Klagen eines von der DUH unterstützten Waltroper Landwirts und des BUND NRW gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung aufschiebende Wirkung haben.

Baake forderte die Landesregierung auf, nun auch den Sofortvollzug für den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid aufzuheben. Der Vorbescheid sei beklagt und auch hier gelte, was das OVG zu den Klagen gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung festgestellt habe: sie sind „nicht offensichtlich unzulässig, so dass ihnen eine aufschiebende Wirkung zukommt“.

Die DUH forderte den E.ON-Konzern auf, am Bauplatz auch aus eigenem Interesse keine weiteren Fakten zu schaffen. „Aus diesem Schwarzbau wird nie ein legales Kraftwerk“, erklärte Baake. Wenn E.ON angesichts der nun eingetretenen Situation „die Betonmischer weiterlaufen lässt, kommt das einem Affront gegen den Rechtstaat gleich.“

Die Zeiten, zu denen die großen Energiekonzerne in Deutschland ihre Interessen auch gegen Umwelt, Klima und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen konnten, gingen zu Ende.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Kein Kohlendioxid in den Untergrund

Geschrieben am 25 September, 2009

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Bald rauchen auf dem Rüstersieler Groden in Wilhelmshaven 2 Kohlekraftwerke und produzieren pro Jahr allein über 9 Millionen Tonnen CO2.

Landkreis lehnt Erkundung der Salzstöcke grundsätzlich ab

Friesland/Wangerland/hbu – Der Landkreis Friesland lehnt das Ansinnen des Niedersächsischen Landesbergamtes ab, im Kreisgebiet vorhandene Salzstöcke auf ihre Tauglichkeit für eine CO2-Speicherung zu untersuchen. Die Landesbehörde mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld hat vor, eine Studie zu erstellen, welche Salzstöcke im Land Niedersachsen für die Einlagerung von Kohlendioxid geeignet wären, das bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken abgeschieden werden soll [sogenannte CCS-Technik].

Konkret geht es offenbar um den unter Jever, dem Wangerland und Wittmunder Stadtgebiet liegenden Salzstock Berdum-Jever. Der Umweltausschuss des Kreistages gab der Kreisverwaltung volle Unterstützung, die in einer Antwort auf das Ansinnen des Landesbergamtes bereits klar Ablehnung signalisiert hat. Es geht dem Landkreis dabei um grundsätzliche Erwägungen zur Energie- und Klimapolitik, aber auch um Bedenken hinsichtlich der Sicherheit einer solchen Einlagerungstechnik und ihrer Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige wie Tourismus und Erzeugung regenerativer Energien.

Ziel der Energiepolitik sollte es nach Auffassung des Landkreises Friesland sein, regenerative Energien stärker zu nutzen und dadurch die ausgestoßenen CO2-Mengen zu reduzieren. Die CO2-Abscheidung bei Kohlekraftwerken führe aber weder zu rationeller Energieverwendung noch zu einer Einsparung bei Kohlendioxid.

Der energiewirtschaftlichen Nutzung von Salzstöcken stehe die Landkreis grundsätzlich positiv gegenüber, hier gehe es aber um energiepolitisch sinnvolle Dinge wie die Nutzung von Geothermie, Lagerung von Öl und Gas oder Bau von Druckluftspeichern zur Speicherung von regenerativ erzeugter Energie – und eben nicht um eine „einmalige Befüllung mit Ewigkeitsstatus“.

So sei zum Beispiel der Salzstock Berdum-Jever unbedingt für eine mögliche Speichernutzung zu sichern und stehe für eine CO2-Einlagerung nicht zur Verfügung. Nicht abschätzbar sind nach Auffassung des Landkreises zurzeit mögliche Folgen von Leckagen im Betrieb solcher Kavernen und die dauerhafte Sicherheit der Gaseinlagerung im Speichergestein. Auswirkungen auf Schutzgebiete, Trinkwasser, Landschaft und Natur müssten geprüft werden.

Für den Tourismus sei ein „Imageschaden“ zu befürchten, der über eine rein technisch-rationale Betrachtung hinausgehe. Schließlich nennt der Landkreis verfahrensrechtliche Bedenken. Für die Erkundung von potenziellen Lagerstätten, so Dezernent Dr. Martin Dehrendorf, reiche es jedenfalls nicht aus, wenn das Landesbergamt offiziell nach Sole suche, was nach Bergrecht möglich ist. Hier müssten nach Ansicht des Landkreises eher Abfallrecht und Immissionsschutzgesetze herangezogen werden.

„Zusammenfassend“, so Dehrendorf, „lehnt der Landkreis Friesland daher das gewünschte Erkundungsverfahren und CCS-Technik im Landkreis Friesland insgesamt ab.“

Quelle: Jeversches Wochenblatt

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Bürgerbegehren!

Die Bürgerinitiative - Zeche Rüstersieler Groden gegen Kohlekraftwerke und für Klimaschutz richtet sich gegen die Ansiedlungspläne der Stadt Wilhelmshaven von weiteren Kohlekraftwerken.

Engagieren Sie sich durch Ihre Unterschrift für mehr Mitbestimmung und eine saubere Zukunft unserer Stadt.

Hier können Sie sich die Unterschriftenliste downloaden. Dann nur noch ausdrucken und ausfüllen!