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Versorgungssicherheit: Stromlücke entpuppt sich als Stromlüge

Geschrieben am 10 Oktober, 2009

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Nach  Stephan Kohler, der zwischenzeitlich direkt von der Deutschen Energie-Agentur [DENA] bei RWE anheuern wollte, will uns nun die neue Regierung die Stromlückenlüge ein weiteres Mal unterjubeln.

Neue Studienergebnisse: Für eine sichere Stromversorgung braucht Deutschland weder längere Reaktorlaufzeiten noch zusätzliche Kohlemeiler – Unflexible Großkraftwerke auf Basis von Kohle und Uran bedrohen im Gegenteil den Ausbau der Erneuerbaren Energien – DUH-Bundesgeschäftsführer Baake: „Negativpreis-Rekord an der Strombörse ist Wetterleuchten für heraufziehenden Systemkonflikt“ – keine größere Abhängigkeit von Erdgasimporten

Berlin - Deutschland braucht für eine jederzeit und an jedem Ort sichere Stromversorgung weder Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken noch zusätzliche Kohlekraftwerksblöcke. Vielmehr können aus Altersgründen oder wegen des gesetzlich festgelegten Atomausstiegs stillgelegte Großkraftwerke bis 2020 durch den – von allen Bundestags-Parteien gewünschten – Ausbau der Erneuerbaren Energien und neue flexible Gaskraftwerke ersetzt werden.

Das geht aus dem aktuellen Zwischenbericht einer vom Bundesumweltministerium geförderten Energiestudie des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen hervor [1]. Die Untersuchung bestätigt im Grundsatz Ergebnisse ähnlicher Studien aus der jüngsten Vergangenheit [2],[3].

„Das neue Gutachten entlarvt das Gerede von der drohenden Stromlücke endgültig als interessengeleitete Stromlüge der Atomkonzerne“, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die der Atomenergie von Politikern aus Union und FDP zugeschriebene „Brückenfunktion“ sei durch das 2002 im Deutschen Bundestag verabschiedete Atomausstiegsgesetz abschließend geregelt: „Die Atombrücke in Deutschland endet Anfang der 2020er Jahre – alles, was danach kommen soll, sind Geschenke willfähriger Politiker an die marktbeherrschenden Energiekonzerne im Lande“, sagte Baake.

Verdienst des neuen Gutachtens sei es, dies noch einmal mit Hilfe plausibler Modellrechnungen ermittelt zu haben.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und der Neubau weiterer Kohlekraftwerke wären allerdings „nicht nur unnötig, sondern für eine zukunftsfeste, klimaschonende Stromzukunft kontraproduktiv.“

Der DUH-Bundesgeschäftsführer erklärte, dass das Festhalten an unflexiblen Großkraftwerken auf Basis von Kohle oder Atomkraft den von der großen Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gewünschten Ausbau der Erneuerbaren Energien zunehmend erschwere. Der Grund: Der naturgemäß unstet anfallende Strom aus Wind und Sonne könne nur dann wirksam integriert werden, wenn flexible, schnell regelbare Kraftwerke den Ausgleich zwischen schwankendem Strombedarf und dem ebenfalls schwankenden Stromangebot schaffen. Für eine Übergangszeit seien dazu mehr flexible Gaskraftwerke notwendig, später könnten Stromspeicher und ein internationaler Stromverbund für den notwendigen Ausgleich sorgen.

Der heraufziehende Systemkonflikt zwischen den Erneuerbaren Energien und den Technologien des vergangenen Jahrhunderts zeige sich schon jetzt immer häufiger an der Strombörse EEX in Leipzig.

Seit dem September 2008, als am dortigen Spotmarkt erstmals negative Strompreise zugelassen wurden, lag der Handelspreis 130 Stunden lang bei Null oder darunter. Tendenz steigend: Am vergangenen Sonntag [4. Oktober] notierte erstmals der Durchschnittspreis für die an diesem Tag insgesamt am Spotmarkt gehandelte Strommenge negativ, nämlich bei minus 11,59 Euro pro Megawattstunde [entspricht 11,59 Ct/kWh].

Acht Stunden hintereinander lag der Strompreis bei oder unter Null Euro und erreichte zwischen zwei und drei Uhr in der Nacht ein Allzeittief von minus 500,02 Euro pro Megawattstunde.

Das bedeutet, dass die Stromkonzerne, die ihre unflexiblen Großkraftwerke auch dann weiterlaufen lassen, wenn die Erneuerbaren den Großteil des Strombedarfs decken, immer tiefer in die Tasche greifen müssen, damit ihnen irgendjemand innerhalb oder außerhalb Deutschlands den Überschussstrom abnimmt.

„Am vergangenen Wochenende haben wir das Wetterleuchten eines Systemkonflikts erlebt, der sehr bald alltäglich wird, wenn nicht parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien nacheinander Atomkraftwerke und später Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden“, erklärte Baake.

Im Basisszenario der Untersuchung des Solar-Instituts Jülich und der Fachhochschule Aachen wird am Atomausstieg festgehalten, zusätzliche Kohlekraftwerke über bereits genehmigte und im Bau befindliche hinaus werden nicht mehr errichtet. Lücken in der bis 2020 auf gut 35 Prozent ansteigenden Strombereitstellung aus Wind, Sonne und Co. werden zunehmend aus Erdgaskraftwerken gedeckt.

„Wer daraus auf einen massiven Anstieg der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Erdgas schließt, unterliegt einem Kurzschluss“, erklärte der Leiter Politik und Presse der DUH, Gerd Rosenkranz.

Zum Einen müsse zwar übergangsweise mehr Gaskraft-Kapazität errichtet werden. Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren Energien müssten die aber immer weniger Stunden im Jahr hochgefahren werden. Zum Anderen würden derzeit nur etwa 11 Prozent des in Deutschland insgesamt eingesetzten Erdgases in der Stromerzeugung verbrannt. Der Löwenanteil gehe in die Wärmebereitstellung und dort werden wegen immer besserer Wärmedämmung Jahr für Jahr erhebliche Einsparungen erzielt.

Perspektivisch könnten auch die kürzlich vorgestellten „Zuhausekraftwerke“ des Ökostromhändlers Lichtblick auf Basis von gasbetriebenen VW-Motoren zu einem effizienteren Erdgaseinsatz beitragen. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme für Raumheizung und Warmwasser.

Insgesamt werde der Erdgasbedarf für eine Übergangszeit nur moderat oder gar nicht ansteigen, erläuterte Rosenkranz.

Das Hauptrisiko für die Entwicklung einer zukunftsfesten und klimaschonenden Stromerzeugung entstehe dann, wenn verlängerte Reaktorlaufzeiten und neue Kohlekraftwerke den Systemkonflikt zwischen neuen und alten Energietechnologien anheizen.

„Die Parole vom ´gesunden Strommix´ aus Uran, Kohle und Erneuerbaren ist genauso verlogen, wie es die von den Erneuerbaren als Nischentechnologie war“, sagte Rosenkranz. „Ab sofort geht es nicht mehr um Sowohl-als-auch, sondern um Entweder-Oder“.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Riesenerfolg: Kohlekraftwerk Kingsnorth vor dem Aus

Geschrieben am 8 Oktober, 2009

Was für ein Tag für den Umweltschutz! Kingsnorth - das britische Symbol für Klimazerstörung, Schauplatz großangelegter Greenpeace-Aktionen - wankt. In Kingsnorth sollte das erste neue Kohlekraftwerk Großbritanniens seit 30 Jahren entstehen. Jetzt macht der deutsche Energieriese E.ON einen Rückzieher: Der Neubau werde verschoben.

John Sauven, der britische Greenpeace-Chef, bezeichnete die neue Enwicklung als “extrem gute Nachricht für das Klima”. Die Chancen für den Neubau seien dadurch signifikant gesunken. “Der Kohle schwimmen die Felle weg. Sogar E.ON gibt zu, dass Neubauten sich derzeit nicht rechnen.” Der Konzern hatte bekanntgegeben, dass durch die Wirtschaftskrise der Strombedarf gesunken sei. Bis etwa 2016 würden keine neuen Kraftwerke gebraucht.

Am Kraftwerksstandort Kingsnorth in Kent waren zwei neue Kohlekraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 1.600 Megawatt geplant. CO2-Ausstoß nach Fertigstellung: gut acht Millionen Tonnen - Jahr für Jahr. Das Projekt hat nicht nur innerhalb Großbritanniens zu heftigen Kontroversen geführt. Auch von weltweit angesehenen Klimawissenschaftlern wie Professor James Hansen, Direktor des Goddard-Instituts der NASA, bekam die Regierung Gegenwind.

Greenpeace protestierte im Oktober 2007 mit einer spektakulären Aktion gegen das Projekt. Sechs der Aktivisten erstiegen einen rund 200 Meter hohen Schornstein und hinterließen dort eine Protestinschrift für Premier Gordon Brown - zwar unvollendet, aber deutlich genug und weithin lesbar. Der Kraftwerksbetreiber zeigte sie wegen Sachbeschädigung an.

Rund ein Jahr später entschied das Gericht auf Freispruch für die Kingsnorth Six - ein Urteil, das so spektakulär war wie der Protest selber. Das Gericht befand, die Aktion sei gerechtfertigt gewesen. Sie habe einem höheren Gut gedient.

Zur vollständigen Version des Films (ca. 20 Minuten).

Quelle: Greenpeace

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Nach Baustopp-Entscheidung des OVG steht Kohlekraftwerk Datteln vor dem Ende

Geschrieben am 27 September, 2009

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Während in Datteln der Realismus angekommen ist, kann man beinahe täglich miterleben, wie die neuen Kraftwerke in Wilhelmshaven wider jeglicher verantwortungsvoller Vernunft weitergebaut werden.

Deutsche Umwelthilfe begrüßt Beschluss des OVG Münster zur Ausweitung des Baustopps am Kohlekraftwerk Datteln – Peinliche Niederlage für Minister Eckhard Uhlenberg [CDU], der Bauarbeiten weiter zulassen wollte, obwohl genehmigungsrechtliche Grundlage fehlt

Berlin - Die Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH] hat den heutigen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts [OVG] für das Land Nordrhein-Westfalen begrüßt, den Baustopp am Kraftwerksstandort Datteln auf weitere Arbeiten auszuweiten.

„Es ist eine Schande, dass der verantwortliche Minister Uhlenberg, diesen Baustopp nicht längst angeordnet hat, sondern im Gegenteil die Arbeiten weiter zulassen wollte, obwohl das OVG mit der Aufhebung des Bebauungsplans dem Projekt am 3. September die genehmigungsrechtliche Grundlage entzogen hat“, so DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. „Uhlenberg ist offensichtlich völlig überfordert, wenn es darum geht, die Rechte von Bürgern und Umweltverbänden im Genehmigungsverfahren zu wahren.“

Das OVG hatte heute im Eilverfahren beschlossen, dass Klagen eines von der DUH unterstützten Waltroper Landwirts und des BUND NRW gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung aufschiebende Wirkung haben.

Baake forderte die Landesregierung auf, nun auch den Sofortvollzug für den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid aufzuheben. Der Vorbescheid sei beklagt und auch hier gelte, was das OVG zu den Klagen gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung festgestellt habe: sie sind „nicht offensichtlich unzulässig, so dass ihnen eine aufschiebende Wirkung zukommt“.

Die DUH forderte den E.ON-Konzern auf, am Bauplatz auch aus eigenem Interesse keine weiteren Fakten zu schaffen. „Aus diesem Schwarzbau wird nie ein legales Kraftwerk“, erklärte Baake. Wenn E.ON angesichts der nun eingetretenen Situation „die Betonmischer weiterlaufen lässt, kommt das einem Affront gegen den Rechtstaat gleich.“

Die Zeiten, zu denen die großen Energiekonzerne in Deutschland ihre Interessen auch gegen Umwelt, Klima und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen konnten, gingen zu Ende.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

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Kein Kohlendioxid in den Untergrund

Geschrieben am 25 September, 2009

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Bald rauchen auf dem Rüstersieler Groden in Wilhelmshaven 2 Kohlekraftwerke und produzieren pro Jahr allein über 9 Millionen Tonnen CO2.

Landkreis lehnt Erkundung der Salzstöcke grundsätzlich ab

Friesland/Wangerland/hbu – Der Landkreis Friesland lehnt das Ansinnen des Niedersächsischen Landesbergamtes ab, im Kreisgebiet vorhandene Salzstöcke auf ihre Tauglichkeit für eine CO2-Speicherung zu untersuchen. Die Landesbehörde mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld hat vor, eine Studie zu erstellen, welche Salzstöcke im Land Niedersachsen für die Einlagerung von Kohlendioxid geeignet wären, das bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken abgeschieden werden soll [sogenannte CCS-Technik].

Konkret geht es offenbar um den unter Jever, dem Wangerland und Wittmunder Stadtgebiet liegenden Salzstock Berdum-Jever. Der Umweltausschuss des Kreistages gab der Kreisverwaltung volle Unterstützung, die in einer Antwort auf das Ansinnen des Landesbergamtes bereits klar Ablehnung signalisiert hat. Es geht dem Landkreis dabei um grundsätzliche Erwägungen zur Energie- und Klimapolitik, aber auch um Bedenken hinsichtlich der Sicherheit einer solchen Einlagerungstechnik und ihrer Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige wie Tourismus und Erzeugung regenerativer Energien.

Ziel der Energiepolitik sollte es nach Auffassung des Landkreises Friesland sein, regenerative Energien stärker zu nutzen und dadurch die ausgestoßenen CO2-Mengen zu reduzieren. Die CO2-Abscheidung bei Kohlekraftwerken führe aber weder zu rationeller Energieverwendung noch zu einer Einsparung bei Kohlendioxid.

Der energiewirtschaftlichen Nutzung von Salzstöcken stehe die Landkreis grundsätzlich positiv gegenüber, hier gehe es aber um energiepolitisch sinnvolle Dinge wie die Nutzung von Geothermie, Lagerung von Öl und Gas oder Bau von Druckluftspeichern zur Speicherung von regenerativ erzeugter Energie – und eben nicht um eine „einmalige Befüllung mit Ewigkeitsstatus“.

So sei zum Beispiel der Salzstock Berdum-Jever unbedingt für eine mögliche Speichernutzung zu sichern und stehe für eine CO2-Einlagerung nicht zur Verfügung. Nicht abschätzbar sind nach Auffassung des Landkreises zurzeit mögliche Folgen von Leckagen im Betrieb solcher Kavernen und die dauerhafte Sicherheit der Gaseinlagerung im Speichergestein. Auswirkungen auf Schutzgebiete, Trinkwasser, Landschaft und Natur müssten geprüft werden.

Für den Tourismus sei ein „Imageschaden“ zu befürchten, der über eine rein technisch-rationale Betrachtung hinausgehe. Schließlich nennt der Landkreis verfahrensrechtliche Bedenken. Für die Erkundung von potenziellen Lagerstätten, so Dezernent Dr. Martin Dehrendorf, reiche es jedenfalls nicht aus, wenn das Landesbergamt offiziell nach Sole suche, was nach Bergrecht möglich ist. Hier müssten nach Ansicht des Landkreises eher Abfallrecht und Immissionsschutzgesetze herangezogen werden.

„Zusammenfassend“, so Dehrendorf, „lehnt der Landkreis Friesland daher das gewünschte Erkundungsverfahren und CCS-Technik im Landkreis Friesland insgesamt ab.“

Quelle: Jeversches Wochenblatt

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Ökonomen gegen Kohlekraftwerke

Geschrieben am 18 September, 2009

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Der Klimabeitrag Wilhelmshavens passend zum Tourismus rund um die kreislose Kommune.

Fünfzig Wirtschaftswissenschaftler haben in Berlin Bundesregierung und Energieversorger eindringlich vor dem Neubau weiterer Kohlekraftwerke gewarnt.

Zu den Unterzeichnern einer Erklärung, die das Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft zusammen mit der European Climate Foundation initiierte, zählen auch 25 Professoren. Neue Kohlekraftwerke, so ihre Botschaft, würden sich nicht mit bestehenden Klimaschutzzielen vereinbaren lassen und bergen hohe Investitionsrisiken.

Holger Rogall, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, erklärte, bis 2050 müsse der Treibhausgas-Ausstoß um mindestens 95 Prozent sinken, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Bei einer zu erwartenden Laufzeit von 50 bis 60 Jahren würden heute gebaute Kraftwerke wesentlich darüber mitentscheiden, wie die Emissionen im Jahr 2050 in Deutschland aussehen.

Die Unterzeichnenden fordern einerseits von der Energiewirtschaft, ihre Investitionen in neue Kohlekraftwerke einzustellen, andererseits von der Bundesregierung, entsprechende Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Dazu gehöre insbesondere das verbindliche Festlegen von CO2-Reduktionszielen für die Zukunft. Die Genehmigung Kohlekraftwerke müsse an den Einsatz von CCS [Carbon Capture and Storage] gebunden sein, das bloße Versprechen einer möglichen späteren Nachrüstung mit der Technologie zur Kohlendioxid-Speicherung reiche nicht aus.

CCS nicht wirtschaftlich und Kohlekraftwerke unflexibel
Martin Jänicke, Professor an der Freien Universität Berlin und Mitunterzeichner, äußerte sich insgesamt skeptisch zu CCS. Er schätzte die Technologie dahinter zwar für durchaus realisierbar ein, hält es aber für unwahrscheinlich, dass Kohlekraftwerke mit CCS wirtschaftlich betrieben werden können. Durch die Kohlendioxid-Abscheidung würde der ohnehin schlechte Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken weiter reduziert. Martin Cames vom Öko-Institut kritisierte, Grundlastkraftwerke seien grundsätzlich nicht mit dem forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien vereinbar. Gebraucht würden vielmehr flexible Gaskraftwerke, um Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie auszugleichen.

Hintergrund: Geplante Kohlekraftwerke in Deutschland.
In Deutschland existieren derzeit Pläne für 29 neue Kohlekraftwerke, davon sind neun bereits im Bau. Ähnlich wie in Datteln wurde an verschiedenen Standorten trotz unklarer rechtlicher Lage mit dem Bau begonnen. In Lünen errichtet Trianel, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, trotz einer anhängigen Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND] vor dem Europäischen Gerichtshof auf eigene Gefahr ein Steinkohlekraftwerk.
Ebenfalls anhängig ist eine Klage gegen das Kohlekraftwerk in Mainz vor dem OVG Koblenz, dort wurde im Juli nach wenigen Wochen Bauarbeiten ein faktischer Baustopp verfügt. Das Mainzer Kraftwerk ist besonders umstritten, weil es ein bestehendes Gaskraftwerk ersetzen soll.

Quelle: Wir Klimaretter

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Bürgerbegehren!

Die Bürgerinitiative - Zeche Rüstersieler Groden gegen Kohlekraftwerke und für Klimaschutz richtet sich gegen die Ansiedlungspläne der Stadt Wilhelmshaven von weiteren Kohlekraftwerken.

Engagieren Sie sich durch Ihre Unterschrift für mehr Mitbestimmung und eine saubere Zukunft unserer Stadt.

Hier können Sie sich die Unterschriftenliste downloaden. Dann nur noch ausdrucken und ausfüllen!